HANNOVER. Mit einem neuen Sprintstudium will Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) dem Mangel an Lehrern für Latein und Evangelische Religion begegnen. Das Angebot richtet sich an ausgebildete Gymnasiallehrer, die in einem ihrer beiden Fächer bereits Deutsch, Geschichte, Philosophie oder Kunst unterrichten. Berufsbegleitend können sie sich innerhalb von zwei Jahren in 16 dreitägigen Kompaktkursen für eines der beiden Fächer weiterbilden. Je 30 Pädagogen können sich bewerben. Die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen ist nach Angaben der Ministerin mit durchschnittlich 100,2 Prozent besser als erwartet: „Wir haben unsere Zielzahl übertroffen. Das Maßnahmenbündel hat voll gegriffen.“ Aber: „Es war ein Ritt übers Feuer“, sagte Heister- Neumann im Rückblick auf die massive Kritik an der Einschränkung der Teilzeitarbeit von Lehrern. 8125 hatten sie beantragt. Etliche von ihnen müssen nun mehr unterrichten als gewollt. Landesweit macht das 5609 Wochenstunden aus, das entspricht 222 Stellen. Fast ungehört blieb dagegen Heister- Neumanns Appell an Pensionäre: Nur acht stehen wieder vor der Klasse. Neu eingestellt wurden 2506 Lehrer. Davon sind 186 Quereinsteiger mit Mangelfächern: 51 Diplomphysiker, 30 Chemiker, 17 Mathematiker sowie je rund ein Dutzend Experten für Englisch, Musik, Kunst, Spanisch und Französisch. dir

Neue Presse Hannover  25.11.09