STUTTGART (dpa). Schulen brauchen aus Sicht des Landeselternbeirates mehr finanziellen Spielraum für ein optimales pädagogisches Angebot. Deshalb dürfe das geplante Personalbudget für Schulleitungen nicht länger durch Lehrervertreter blockiert werden, sagte Landeschefin Christiane Staab der Deutschen Presse-Agentur.

Das eigentlich bereits für Anfang dieses Schuljahres eingeplante Budget soll Schulleitern ermöglichen, freie Lehrerstellen umzuwidmen und stattdessen pädagogische Assistenten, Schulpsychologen oder externe Experten befristet auf zwei Jahre einzustellen.
Seit Monaten verhandeln das Kultusministerium und der Hauptpersonalrat, der Betriebsrat für die Lehrer, über die Einführung.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht in der Neuerung Einfallstor für den "Lehrer light". "Ich befürchte, dass Schulleiter auch Lehrkräfte ohne Referendariat einstellen", sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz.
Ein zweites Staatsexamen sei nicht unbedingt ein Qualitätssiegel für den Unterricht, hält der Elternbeirat dem entgegen. Es gebe auch Hochschul-, Musikschul- oder Volkshochschullehrer, die gut unterrichten könnten. Die Lehrer verhielten sich nicht konsequent: Sie jammerten, dass ihnen zu viele Aufgaben aufgebürdet werden, für die sie nicht ausgebildet seien, sagte Staab. "Wenn jetzt für solche Aufgaben ausgebildete Leute an die Schulen kommen könnten, versuchen sie dies krampfhaft zu verhindern." Dabei wollten zahlreiche Schulleiter diesen Schritt gehen. Wenn die Lehrer sich weiter weigerten, müsse Kultusminister Rau (CDU) die Dienstherrenkarte ziehen. Im Ministerium heißt es indes, an einer Lösung werde mit Hochdruck gearbeitet.
Das Personalbudget sieht vor, dass bis zu fünf Prozent des Unterrichtsvolumens in Stellen zur Erweiterung des Bildungsangebotes und zur Unterstützung der Lehrer genutzt werden. Dabei wird jede Stelle des höheren Dienstes mit 49 000 Euro, jede Stelle des gehobenen Dienstes mit 43 500 Euro bewertet. Ziel ist es, die Eigenständigkeit der Schulen zu stärken. Sie sollen eigenes Profil bilden können. - Autor: dpa
Badische Zeitung 09.01.10