Das Land Niedersachsen versucht seit einigen Jahren auf verschiedenen Wegen, dem Lehrermangel in speziellen Fächern wie Physik, Chemie, Mathematik, Latein oder Musik zu begegnen. Für Quereinsteiger, die vorher in anderen Berufen gearbeitet haben, gibt es zwei Möglichkeiten zum Einstieg. Ihr erstes Studium muss fachlich einem der gesuchten Unterrichtsfächer entsprechen. Sie können sich dann für den Vorbereitungsdienst, also das Referendariat, bewerben und bei Erfolg später Beamte werden. Im Referendariat unterrichten sie zeitweise bereits, bekommen im Studienseminar aber auch noch das theoretische Rüstzeug für die Arbeit. Quereinsteiger können aber auch mit einem auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag sofort fast in Vollzeit vor einer Klasse stehen. Begleitend bilden sie sich fünf Stunden pro Woche im Studienseminar weiter. Nach den zwei Jahren können sie einen unbefristeten Vertrag als angestellte Lehrer erhalten. Die Schulen haben selbst die Möglichkeit, mit ihrem Budget befristet Honorarkräfte für den Unterricht zu engagieren. Besonders begehrt sind dabei pensionierte Lehrer, die meist kurz vorher noch regulär an der Schule gearbeitet haben. Die Pensionäre unterrichten in der Regel nur wenige Stunden pro Woche, da sie sonst ihre Hinzuverdienstgrenze überschreiten. Lehrer können jedoch auch vor ihrer Pensionierung ihre befristete Weiterbeschäftigung beantragen. Sie gehen dann erst später in Pension. Die Landesregierung will diese Möglichkeit offenbar ausbauen.

Latein und Evangelische Religion im Schnellstudium:

Lehrer, die bereits längere Zeit Unterrichtserfahrung in ihren bisherigen Fächern haben, können sich in einem dritten Fach qualifizieren. Vor Kurzem starteten die ersten 30 Lehrer mit der auf zwei Jahre angelegten Latein- Weiterbildung. Sieben von ihnen unterrichten innerhalb der Region Hannover. Mit dem Sprintstudium für Evangelische Religion begannen jetzt 16 Lehrer.

HAZ 05.03.2010