Hildesheim. Der 19-jährige Schüler aus Hildesheim, der versucht hat, einen Lehrer mit dessen privaten E-Mails zu erpressen, ist der Schule verwiesen worden. Er kann sein Abitur aber an einer Gesamtschule in Hannover ablegen. Das teilte Schulleiter Wilfried Kretschmer mit. „Die Schulgemeinschaft hat sich von dem Schüler getrennt.

Wir wollen damit ein klares Signal setzen, nach innen und nach außen“, betont der Leiter der Robert- Bosch-Gesamtschule. „Aber wir wollen dem Schüler seinen Lebensweg auch nicht verbauen.“ 30 Lehrer und zwei Schülervertreter hatten über den Fall beraten. Auch der 19-Jährige nahm mit seinem Anwalt an der Sitzung teil. Er hatte sich vor einigen Wochen in das E-Mail-Konto eines 64-jährigen Lehrers eingeloggt und dort Hinweise auf eine Affäre des verheirateten Pädagogen gefunden. Anschließend hatte er versucht, 1000 Euro Schweigegeld zu erpressen. Dafür standen gestern als Sanktionen drei Möglichkeiten zur Debatte: Der Ausschluss vom Unterricht für drei Monate, der Verweis von allen niedersächsischen Schulen oder eben der Verweis von der Robert-Bosch-Gesamtschule. Rund 80 Minuten dauerte die Diskussion, bis sich die Teilnehmer zu einer Entscheidung durchrangen. Den Schulwechsel nach Hannover muss nun noch die Landesschulbehörde absegnen. Dann kann der 19-Jährige sein Abitur an der Gesamtschule ablegen. Der Schüler hat die Entscheidung der Konferenz akzeptiert und will laut seinem Anwalt Lothar Herzog keinen Widerspruch einlegen. Den Verweis nennt Herzog „der Schuld und Tat angemessen“. HAZ 05.03.2010