HANNOVER, 08.05.12. Die Niedersächsische Landesregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung die „Verordnung über die Arbeitszeit der Beamtinnen und Beamten an öffentlichen Schulen" beschlossen. Damit wird für die Schulleiterinnen und Schulleiter ein eigenes Berufsbild geschaffen. Diese werden entlastet, um sich noch besser auf die Leitung einer Schule konzentrieren zu können. Der Erlass einer solchen Verordnung war durch Ministerpräsident David McAllister in seiner Regierungserklärung vom 1. Juli 2010 angekündigt worden. Sie tritt zum kommenden Schuljahr in Kraft.

Die Unterrichtsverpflichtung bemisst sich künftig nicht mehr an der Zahl der Klassen, sondern an der Zahl der sogenannten „Lehrkräfte-Sollstunden". Damit werden auch der Grund- und Zusatzbedarf an Lehrerstunden (Unterrichtsbedarf), die Größe und Schulform sowie die besondere Situation der Schule besser berücksichtigt. Die Unterrichtsverpflichtung verringert sich mit der Größe der Schule. Im Übrigen gibt es einen Sockel von acht Entlastungsstunden unabhängig von der Größe einer Schule. Außerdem sind mindestens zwei Unterrichtsstunden zu leisten. Die Schulleiter erhalten die Möglichkeit, Leitungsaufgaben auf Lehrkräfte der Schule, insbesondere auf die ständige Vertretung und schulfachliche Koordinatoren zu übertragen. In diesem Fall erhöht sich die Unterrichtsverpflichtung entsprechend.

Die vorgesehenen Entlastungsregelungen berücksichtigen einerseits die bestehende Haushaltssituation und stellen andererseits die Unterrichtsversorgung sicher. Durch den Ausbau und die personelle Verstärkung des Unterstützungssystems der Landesschulbehörde werden die Schulleitungen weiter entlastet.

„Die Verordnung spiegelt eine grundsätzliche Veränderung der Sichtweise des Berufsbildes eines Schulleiters in den eigenverantwortlichen Schulen wieder. Dieser Entwicklung tragen wir damit besser Rechnung. Mit der neuen Verordnung werden die Schulleiterinnen und Schulleiter in Niedersachsen deutlich gestärkt", sagte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann.