Dass die Kosten rund um die Hochzeit etwas Außergewöhnliches sind, liegt schon daran, dass auch eine Hochzeit etwas Außergewöhnliches ist. So zumindest, wenn man nicht schon wie so manches Hollywoodsternchen bei den eigenen Hochzeitfeiern zweistellig wird.

Dennoch: Können im Otto-Normalfall die Hochzeitskosten als außergewöhnliche Belastung angesetzt werden? Dies verlangte zumindest eine Klägerin vor dem Finanzgericht Berlin-Brandenburg. Hier die Details in einer nicht immer ganz ernst gemeinten Schilderung.

Zum Hintergrund der außergewöhnlichen Belastungen

Steuermindernde außergewöhnliche Belastungen liegen vor, wenn einem Steuer­pflichtigen größere Aufwendungen erwachsen, als der überwiegenden Mehrheit vergleichbarer Steuerpflichtiger. Der Volksmund würde sagen: Die Kosten müssen also im Hinblick auf vergleichbare Steuerpflichtige etwas Außergewöhnliches haben.

Mit Blick auf die hohe Anzahl an Single-Haushalten in der Bundesrepublik könnte man in der Tat in Hochzeitsfeiern etwas Außergewöhnliches sehen. Dies wurde aber nicht thematisiert.

Nicht zwangsläufig außergewöhnlich

Bei so viel Außergewöhnlichem muss der Abzug der außergewöhnlichen Belastungen doch klappen! Oder?

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg sah dies jedoch in ihrer Entscheidung vom 15.08.2012 (Az: 7 K 7030/11) nicht ein. Zu Recht urteilten die Richter: Hochzeitskosten können nicht deshalb als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden, weil sie aufgrund der ausländischen Staatsbürgerschaft eines Ehepartners besonders hoch sind. Darüber hinaus müssen außergewöhnliche Belastungen auch zwangs-läufig sein. Man darf sich also aufgrund von rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen können. In der Praxis wird hier vielleicht mancher (Ehemann) sagen: Dies trifft auf meine Hochzeit zu! Vor Gericht wird man damit jedoch kein Erfolg haben.

Verfassungsrechtlicher Schutz der Ehe

Selbst der in Artikel 6 des Grundgesetzes verankerte besondere Schutz von Ehe und Familie rechtfertigt nicht, dass Hochzeitskosten steuerlich subventioniert werden können. Schade eigentlich! Der Versuch war da, wenn auch wenig Erfolg versprechend. Hätte die Klägerin jedoch Erfolg gehabt, würde Heiraten direkt doppelt Spaß machen. Vielleicht sollte man auch einen Schritt weiter gehen und gerichtlich prüfen lassen, ob nicht nach der Hochzeit wenigstens der Ehegatte als außergewöhnliche Belastung steuermindernd eingesetzt werden kann. Die Scheidungsrate würde sicherlich sinken.

http://update3.buhl-data.com/documents/blickpunktsteuern/blickpunktsteuern_2012_11.pdf