(rb) Hannover. Ausländische Lehrkräfte, die ihre Ausbildung nicht in Deutschland absolviert haben, können dennoch im Schuldienst eingesetzt werden, wenn ihre im Ausland erworbene Qualifikation als gleichwertig anerkannt ist. Eine Benachteiligung aufgrund der Herkunft findet nicht statt. Das hat das Kultusministerium auf eine entsprechende Anfrage aus der Linken- Landtagsfraktion mitgeteilt. Die Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse wird derzeit durch eine Gesetzesänderung auf Bundesebene neu geregelt. Grundlage sollen aber weiterhin die Qualitätsstandards und die durch Abschlüsse erworbenen Kompetenzen bei der Lehramtsausbildung in Deutschland sein. Eine Prüfung der im Ausland erworbenen Abschlüsse bleibe unabdingbar. Die Anerkennung von Lehrkräften aus EU-Mitgliedsstaaten ist in einer EU-Richtlinie geregelt, die in Niedersachsen im Beamtengesetz und der Laufbahnverordnung umgesetzt ist. Für Lehrkräfte, die ihre Ausbildung nicht in der EU absolviert haben, sind die Hochschulen für die Feststellung möglicherweise noch auszugleichender Kompetenzen zuständig, dem sich dann ein Vorbereitungsdienst mit Staatsprüfung anschließt. Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, führt diese Qualifikationsprüfung jedoch nicht dazu, dass ausländische Lehrkräfte im Einstellungsverfahren benachteiligt werden. Vielmehr würden sie gleichrangig mit BewerberInnen mit einer hierzulande erworbenen Qualifikation berücksichtigt. Sollten sie sich – anders als die hiesigen Lehramtsabsolventen – mit nur einem Unterrichtsfach bewerben, kämen sie immer noch als Quereinsteiger in den Schuldienst in Betracht. Die Auswahl erfolge in jedem Fall nach dem Grundsatz der Bestenauslese und unter Beachtung der Gleichbehandlung aller BewerberInnen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung. Eine Benachteiligung bei der Vergütung für tarifbeschäftigte Lehrkräfte wird von der Landesregierung ausgeschlossen, denn diese richte sich nach den Merkmalen des Eingruppierungserlasses, bei dem es nicht auf die Nationalität der Beschäftigten ankomme, sondern ausschließlich darauf, dass die Inhalte des ausländischen Studiums dem vergleichbaren niedersächsischen Studium entsprechen. Ein weiteres Kriterium für die Eingruppierung ist die Schulform, in der die Lehrkraft unterrichten soll, und ob der Abschluss einen Einsatz in einem oder zwei Unterrichtsfächern rechtfertigt. Generell gelten für alle Tarifbeschäftigten die Vorgaben der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die die Vergleichbarkeit der Vergütung in den Mitgliedsbundesländern garantiert.

 

Quelle: rundblick Jahrgang 2011/Nr. 060 25. März 2011