Verband Niedersächsischer Lehrkräfte zu Vorschlägen des Niedersächsischen Städtetages: Klassenfrequenzerhöhung untaugliches Mittel - Unterstützung der Forderung nach verstärkter Schulsozialarbeit

Hannover, den 19. Februar 2016 - Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL/VDR sieht in dem Vorschlag des Niedersächsischen Städtetages (NST), wegen der großen Zahl der Flüchtlinge die Klassenfrequenzen anzuheben, ein untaugliches Mittel zur Lösung der Probleme. Ebenso wird eine Senkung der Mindestanforderungen in Schulen abgelehnt. "Eine Er-höhung der Klassenobergrenzen, wie vom Städtetag gerade gefordert, ist insbesondere aus pädagogischer Sicht nicht hinnehmbar. Man macht es sich zu einfach, wenn man sagt, man brauche nur mehr Kinder in eine Klasse zu stecken und schon ist das Raumproblem gelöst. Dieser Vorschlag ist fern vom wahren Schullalltag", so Manfred Busch, VNL/VDR-Landesvorsitzender zu den NST - Vorschlägen.

 

Ausdrücklich unterstützt der VNL/VDR die NST-Forderung nach mehr Sozialarbeit gerade in Hinblick auf die enorm zunehmende Zahl von Flüchtlingskindern an Schulen. "Hier ist das Land in der Pflicht. Die schon länger vom Kultusministerium zugesagten Stellen für Schulsozialarbeit müssen endlich besetzt werden. Aber nicht nur Grundschulen, gerade auch die Schulen im Sekundarbereich I haben durch den verstärkten Zustrom von Flüchtlingen einen sehr großen Bedarf an Schulsozialarbeit, der vom Land abgedeckt werden muss", so Busch weiter.

Der VNL/VDR ist mit dem NST einer Meinung, dass Sprache bei der Integration der Flüchtlinge der Schlüssel dazu ist. Hier hat sich Niedersachsen bereits auf den Weg gemacht, aber es bedarf noch zahlreicher Anstrengungen. Die unbürokratische Einrichtung von mehr Sprachlernklassen vor Ort ist dabei ein ganz wichtiger Bestandteil.

"Niedersachsens Schulen und ihre Lehrkräfte sind bislang schon immer sehr kreativ und flexibel gewesen und werden es auch weiterhin sein, wenn es um pädagogische Entscheidungen geht. Eine weitere Belastung der Lehrkräfte durch eine Erhöhung der Klassenfrequenzen ist weder ihnen noch den Schülerinnen und Schülern zumutbar, auch wenn wir uns zurzeit in einer besonderen Situation befinden. Es bedarf vielmehr einer Senkung der Klassengrößen an allen Schulformen", so Busch abschließend.