Die OECD hat die Probleme der Lehrer in Deutschland analysiert. Besonders kritisiert wird die Art der Bezahlung.

  • Es gehe zu sehr nach dem Senioritätsprinzip statt nach Leistung. Auch die Feedbackkultur sei zu schwach ausgeprägt.
  • Zudem sei das Durchschnittsalter zu hoch. Die Probleme drängen – vor allem wegen der Flüchtlingskrise.
(...) 
 
Damit Deutschland zu anderen Ländern aufschließt, schlägt Schleicher eine Reihe von Reformen an den Schulen vor. So sollten Lehrer von übermäßig vielen Unterrichtsstunden entlastet werden, um Zeit für Weiterbildung und mehr individuelle Förderung ihrer Schüler zu gewinnen. Während ein deutscher Lehrer im Sekundarbereich II 714 Stunden im Jahr unterrichte, seien es bei einem Kollegen in Japan nur 513 Stunden. Ein Lehrer in Singapur wiederum investiere etwa 100 Stunden im Jahr für die berufliche Weiterbildung.
 

Die Entlohnung von Lehrern will die OECD stärker an deren Leistung knüpfen. „In erster Linie bekommt man in Deutschland mehr Geld, wenn man älter wird“, beklagte Schleicher. Weder Qualifikation noch Leistung hätten leider wesentlichen Einfluss auf das Gehalt.

Viel Nachholbedarf hätten deutsche Schulen auch bei der Feedbackkultur. Der regelmäßige Austausch von Lehrern mit Experten, die gegenseitige Hospitation im Unterricht sowie ein Mentoring für neu beginnende Lehrkräfte hätten sich in vielen Ländern sehr bewährt.

Bei den Löhnen für die Lehrerschaft dagegen ist Deutschland nach Einschätzung der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2016“ durchaus wettbewerbsfähig, besonders in der Sekundarstufe. Dort seien, anders als in vielen anderen Ländern, die Verdienste erfahrener Lehrer sogar etwas höher als in anderen qualifizierten Berufen mit ähnlichen Bildungsabschlüssen. (...)

vollständiger Artikel: welt.de