„Die duale Berufsausbildung hat angesichts der großen Zuwanderung im vergangenen Jahr gezeigt, dass sie flexibel reagieren kann und Perspektiven schafft. Sie war und ist daher ein zentrales Element der beruflichen Bildung, ein wichtiger Baustein für unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung und auch ein stabilisierender Faktor. Es ist das erklärte Ziel der Niedersächsischen Landesregierung, das duale Ausbildungssystem zu erhalten und zu stärken. Wir müssen es daher fit machen für neue Herausforderungen. Insbesondere gilt es, die duale Berufsausbildung für alle Schülerinnen und Schüler attraktiv zu gestalten", sagte die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am (heutigen) Dienstag anlässlich der Fachtagung „Vorfahrt für duale Berufsausbildung" im Rahmen des Bündnisses Duale Berufsausbildung in Hannover.

Vor den mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachtagung hatte zuvor Prof. Dr. Helmrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in einem Fachvortrag zentrale Ergebnisse der Berufsfeldprojektionen des BIBB mit Blick auf den Fachkräftebedarf bis 2030 präsentiert. In einer Analyse des Ausbildungsmarktes hatte das BIBB 2015 zudem festgestellt, dass erstmalig mehr Ausbildungsinteressierte mit Studienberechtigung als mit Hauptschulabschluss eine duale Berufsausbildung aufgenommen haben. Dies liegt auch an einer wachsenden Bereitschaft von Absolventinnen und Absolventen mit Studienberechtigung, sich für eine duale Ausbildung anstelle eines Studiums zu entscheiden. Kultusministerin Heiligenstadt betonte, dass diese Entwicklung erfreulicherweise alle Ausbildungsbereiche betreffe - von den Verwaltungs- und Wirtschaftsberufen bis hin zum Handwerk. „Gleichwohl dürfen wir die Schülerinnen und Schüler nicht aus den Augen verlieren, denen der Einstieg in eine berufliche Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen schwerfällt." Die vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen für diese Schülergruppe seien nicht verzichtbar und müssten ebenfalls an die sich wandelnden Gegebenheiten auf dem Ausbildungsmarkt angepasst werden.

In den verschiedenen Fachforen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung, auf der alle relevanten Organisationen und Verbände vertreten waren, über aktuelle Herausforderungen der dualen Berufsausbildung wie die wohnortnahe Beschulung, den Ausbau von Berufspraktika in Schulformen des Übergangssystems, die Perspektive von dualen Studiengängen, Konzepte zur Qualitätssteigerung in der dualen Ausbildung und die Integration von Flüchtlingen in die berufliche Bildung. Dabei kam auch die Perspektive der beruflichen Praxis nicht zu kurz.

In der Gesamtschau machte Ministerin Heiligenstadt deutlich, dass Niedersachsen in dieser Legislaturperiode bei der Stärkung der dualen Berufsausbildung und auch der beruflichen Bildung insgesamt deutlich vorangekommen sei. So ist seit diesem Schuljahr für Jugendliche vor dem Besuch der einjährigen Berufsfachschule oder der Klasse 11 der Fachoberschule die Teilnahme an einem Beratungsgespräch durch die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit oder der Jugendberufsagenturen vorgeschrieben. Hier erhalten sie Informationen über mögliche Ausbildungsplätze in der dualen Berufsausbildung, um im Anschluss eine fundierte Berufswahl treffen zu können. Heiligenstadt: „Wir wollen noch mehr als bisher die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern erreichen und ihnen die Chancen und Perspektiven beruflicher Bildungswege aufzeigen."

„Für unser wichtiges Ziel, die duale Berufsausbildung weiter zu stärken, benötigen wir die Beteiligung aller wichtigen Akteure. Dazu haben wir mit dem Bündnis Duale Berufsausbildung in dieser Legislaturperiode eine sehr gute Basis geschaffen. Die heutige Fachtagung ist ein wichtiger Meilenstein, um diesen Prozess voranzutreiben", so Heiligenstadt weiter.

Das Bündnis Duale Berufsausbildung ist Teil der Fachkräfteinitiative Niedersachsen. Im Bündnis Duale Berufsausbildung sind die Wirtschafts- und Sozialpartner, die Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen der Bundesagentur für Arbeit, die Kommunalen Spitzenverbände sowie die Ressorts der Landesregierung beteiligt. Neben der Stärkung der dualen Berufsausbildung will das Bündnis die individuellen Perspektiven und Möglichkeiten durch eine duale Berufsausbildung für Jugendliche und Eltern aufzeigen.

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Tanja Meister
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