- Von Mario Moers

Hannover. Das Tafelbild mit einem Klick auf die Smartphones der Schüler senden, den Klausurplan digital verwalten oder Lernmaterial mit anderen Schulen austauschen – eine sogenannte Bildungscloud soll ab sofort dafür sorgen, dass Niedersachsens Klassenzimmer digital werden können. Das Kultusministerium gab gestern den Startschuss für ein zweijähriges Pilotprojekt an 25  Schulen. 17  weitere können als „Follower“ mit abgestuften Rechten auf Teile des internetbasierten Angebots zugreifen.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) hob gestern die Chancen des „virtuellen Klassenzimmers“ hervor. „Wir werden damit Standards für eine zukunftsfähige Schul-IT setzen“, sagte sie. Nach der Pilotphase könnte die Plattform irgendwann an allen Schulen, Ausbildungseinrichtungen und an Universitäten zum Einsatz kommen.

Große Hoffnungen

Die Entwicklungskosten für die Cloud betragen rund 400 000 Euro. Diesen Betrag stellt das Land der Landesinitiative „N  21“ zur Verfügung. Mehrere Software-Unternehmen kümmern sich um die konkrete Umsetzung. Die Anschaffung mobiler Endgeräte für die Schüler sowie die Bereitstellung von Breitbandanschlüssen und Digitalarbeitsplätzen ist Aufgabe der jeweiligen Schulträger.

„Schul-EDV muss so einfach sein wie das Licht an schalten“, sagt Thomas Kohne. Der Leiter der Berufsbildenden Schule Bersenbrück setzt große Hoffnungen auf die Bildungs- cloud. „Bisher mussten Lehrer in IT-Dingen immer ein wenig hoffen, dass alles funktioniert“, erzählt er. Die Bildungscloud helfe nun dabei, kommerzielle Messenger wie Whatsapp und Facebook oder Cloud-Dienste durch eigene Tools zu ersetzen.

Aus der Region Hannover nimmt die Multimedia BBS sowie die Otto-Brenner-Schule teil.

HAZ 25.02.2017