Die Fachkräfte der Zukunft werden heute ausgebildet!


Die Berufsschullehrerverbände warnen: Fehlende Fachkräfte entwickeln sich in Niedersachsen zur Konjunkturbremse und die gute Wirtschaftslage des Landes gerät in Gefahr!
JETZT gehört die berufliche Bildung in den Focus der Bildungspolitik, um dem Facharbeitermangel quantitativ und qualitativ entgegen zu treten. Die Stärkung der beruflichen Bildung ist praktische Wirtschaftsförderung.

Eine gute Ausbildungsqualität ist nur mit exzellenter Unterrichtsversorgung, mit hoch engagierten und gut qualifizierten Lehrkräften sowie mit berufsbildenden Schulen zu erreichen, die als Regionale Kompetenzzentren Partner der Wirtschaft auf Augenhöhe sind. Dabei muss die historisch tiefe Unterrichtsversorgung von 88% endlich auf 100% erhöht sowie die Eigenverantwortlichkeit der Berufsbildenden Schulen wieder deutlich gestärkt werden, so der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes Niedersachsen Heinz Ameskamp.
JETZT muss die Nachwuchsgewinnung von Studierenden für die Lehrämter an berufsbildenden Schulen und von qualifizierten Lehrkräften erheblich mehr an Fahrt aufnehmen. Auch in den Mangelfächern wie z. B. in der Elektro-, Metall-, Fahrzeug- und Informationstechnik ist eine überproportionale Zunahme der pädagogisch bislang nicht qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber auf die unterschiedlichen Modelle zum Quereinstieg in das Lehramt an berufsbildenden Schulen zu beobachten. Der Quereinstieg darf als Sonderform der Lehrkräftegewinnung nicht der Regelfall werden! Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, sind die Arbeitsbedingungen und die Besoldung der Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen denen in der Wirtschaft anzugleichen. Nur so lassen sich von vornherein gute Köpfe für die berufsbildenden Schulen gewinnen.
JETZT müssen die Chancen durch die Niedersächsische Landespolitik genutzt werden, damit die vielgelobte duale Berufsausbildung nicht nur zu einer Worthülse wird. Im Rahmen der Regierungsbildung müssen alle Akteure und Ressourcen der beruflichen Bildung auf administrativer und regionaler Ebene gebündelt werden, um eine qualitativ abgesicherte, wohn- und betriebsortnahe Berufsausbildung mit einer hohen Durchlässigkeit zu ermöglichen. Zudem: Die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung ist zu wenig bekannt und findet nicht die Anerkennung, die sie verdient hat.
JETZT ist es aus Sicht der Berufsschullehrerverbände BLVN und VLWN unerlässlich, mit dem Wissen um die digitale Transformation, alle Möglichkeiten digitaler Medien und aktueller IT-Technologien an den Schulen so schnell wie möglich auszuschöpfen. Dabei können nur die Regionalen Kompetenzzentren die veränderten Anforderungen mit der Wirtschaft abstimmen und in die schulischen Arbeitspläne mit einfließen lassen. Schon jetzt sind jedoch massive Fortbildungs- und Investitionsbedarfe an allen Schulen erkennbar. Die beste Werbung für die duale Berufsausbildung ist zudem, wenn junge Menschen beim Betreten der Regionalen Kompetenzzentren spüren – hier ist die Zukunft angekommen, hier werden wir für die Zukunft vorbereitet. Mit Sicherheit werden die Bundesmittel aus dem DigitalPakt Schule nicht für alle Aufgaben reichen. BLVN und VLWN fordern eine separate Breitbandinitiative für die Schulen und die Ausweisung erheblicher weiterer Mittel im Landeshaushalt, so der Vorsitzende des Verbandes der Lehrer an Wirtschaftsschulen in Niedersachsen Joachim Maiss und verlängert: „Eigentlich kommen wir um einen neuen Schulversuch zu Aufgaben, Verantwortung, Organisation und Steuerung berufsbildender Schulen in Niedersachsen – nämlich ProReKo II – nicht herum!“.

 

V. i. S. d. P.: Heinz Ameskamp, Landesvorsitzender des BLVN, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Joachim Maiß, Landesvorsitzender des VLWN, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!