Weiter Handynutzung an beruflichen Schulen – BvLB fordert massive Investitionen in die technische Ausstattung

Ein flächendeckendes Handyverbot wie in Frankreich stößt beim BvLB auf Ablehnung. „Berufliche Schulen sollen selbst entscheiden, ob es ein partielles oder generelles Handyverbot im eigenen Haus gibt. Schulen können die Handynutzung in ihrer Schulordnung festlegen“, so Eugen Straubinger.

Das französische Parlament hatte am Montag dieser Woche ein sehr weitgehendes Handyverbot für Schulen beschlossen. Das neue Gesetz verbietet grundsätzlich die Nutzung von Mobiltelefonen in allen Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I. In Deutschland ist es meist nur untersagt, das Handy während des Unterrichts zu verwenden. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht, da die Zuständigkeit – anders als im zentralistisch organisierten Frankreich – in die Zuständigkeit der 16 Bundesländer fällt. Und selbst die Länder regeln solche Fragen nicht immer zentral per Gesetz, sondern überlassen dies den einzelnen Schulen. Ein Handyverbot gibt es seit 2006 nur in Bayern, doch auch dort regt sich Widerstand gegen die Regelung. Verbände und Opposition fordern eine Lockerung – wenigstens in Schulpausen.

Aus Sicht des Bundeselternrates haben Handys an Schulen nichts zu suchen, ein generelles Verbot lehnt er aber trotzdem ab. Die Schulen seien technisch noch nicht gut genug ausgerüstet, um auf Smartphones zu verzichten. Dazu führt Joachim Maiß aus: „Die beruflichen Schulen müssen so ausgestattet werden, dass überall z.B. mit Tablets unterrichtet werden kann. Dies hätte den Vorteil, dass alle Schülerinnen und Schüler dieselben Geräte nutzen würden, es gäbe weniger Ablehnung und zumindest die Schule wäre mobbingfreie Zone.“

„Bei der derzeitigen technischen Ausstattung der beruflichen Schulen kann es kein generelles Handyverbot geben, dies würde an der Realität vorbeigehen. Unsere Aufgabe ist es zudem, die Schülerinnen und Schülern zu einem sinn- und maßvollen Umgang mit den Smartphones anzuleiten, sie müssen Medienkompetenz für die Berufs- und Lebenswelt entwickeln. “, betonen die beiden Bundesvorsitzenden.

 

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Text: BvLB

Niedersachsen erzielt Rekordüberschuss im ersten Halbjahr: Berufsschullehrerverband VLWN fordert Investitionen in berufliche Bildung

Pressemitteilung  01. August 2018

Hannover. Wie vor kurzem bekannt wurde, erzielen sowohl der Bund als auch die Länder einen außergewöhnlich hohen Finanzierungsüberschuss im ersten Halbjahr des Jahres. Begründet werden kann dies durch die gute Wirtschaftslage und die damit verbundenen hohen Steuereinnahmen. Auch Niedersachsen profitiert von der aktuellen Entwicklung und weist einen Finanzierungssaldo in Höhe von 1,9 Mrd. Euro aus. Geld, das es sinnvoll zu verwenden gilt.

Die berufliche Bildung ist Motor und Erfolgsgarant der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Durch sie werden die Fachkräfte von Morgen ausgebildet und qualifiziert, sich in einer ständig ändernden Arbeitsumgebung zurechtzufinden. In Zeiten des Fachkräftemangels und zunehmender Digitalisierung sollte die Qualifikation des Nachwuchses das höchste Ziel des Landes sein, damit auch die Folgegenerationen in Wohlstand leben können.

Der VLWN fordert aus diesem Grund, mit Hilfe des erzielten Überschusses gezielt Investitionen in die berufliche Bildung durchzuführen. Es ist nicht möglich, mit veralteter Technik und langsamen Internet auf die digitalisierte Arbeitswelt von Morgen vorzubereiten. Das Land muss die Schulträger bei der technischen Aufrüstung der berufsbildenden Schulen unterstützen. Nur so können international konkurrenzfähige Fachkräfte ausgebildet werden.

Weiterhin müssen Lehrkräfte durch Fortbildungen im digitalen Bereich geschult werden, damit sie dieses Wissen nutzen und weitergeben können. Kosten hierfür muss das Land tragen und einen Ausgleich sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Schulen schaffen, damit diese notwendigen Fortbildungen die ohnehin knappe Personallage und Unterrichtsversorgung an den berufsbildenden Schulen nicht weiter verschärfen.

Der bereits aufgezeigte Fachkräftemangel betrifft nicht nur Betriebe, die keine Mitarbeiter finden. Auch der Lehrkräftebedarf, insbesondere im berufsbildenden Bereich, kann nicht mehr gedeckt werden. Der VLWN sieht hier das Land in der Pflicht, durch verbesserte Arbeits- und Besoldungsbedingungen nachzusteuern. Besonders eine deutlich geringere Entwicklung der Bezüge im Vergleich zur Entwicklung der Gehälter und Löhne trägt zur Unattraktivität des Lehrerberufs bei. Ein weiteres Beispiel ist das gestrichene Weihnachtsgeld, welches trotz guter finanzieller Lage des Landes und entgegen vorheriger Versprechen nicht wieder eingefügt wurde.

Mit Bedauern stellte der VLWN vor einem Monat fest, dass die berufliche Bildung bei der Verteilung des VW-Bußgeldes leer ausgeht. Noch ein Argument mehr, nun die Investition der zusätzlichen Mittel in die berufliche Bildung zu fordern. Die Zukunft und Konkurrenzfähigkeit des Landes stehen auf dem Spiel.

Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Bundeslaender-schwimmen-im-Geld-article20549195.html