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Geyer: „Kontraproduktiv und kurzsichtig“

Die Situation ist in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes dramatisch: „Ob Schulen, Polizei, Verwaltungen oder Kliniken – seit Jahren wird mit strukturell zu wenig Personal gearbeitet. Die Folgen sind für die Bevölkerung längst spürbar: Unterrichtsausfälle, Bearbeitungsstaus, überlastete Pflegekräfte, Polizisten und Polizistinnen mit massenhaft Überstunden – und darüber hinaus nimmt der Arbeitsdruck stetig zu“, so der dbb Bundesvorsitzende Volker Geyer am 2. Februar 2026 in Nürnberg.

Etwa 2.500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes waren dem Warnstreikaufruf der dbb-Gewerkschaften gefolgt und hatten sich vor dem Heimatministerium in Nürnberg versammelt. Geyer rief ihnen zu: „Die Zustände sind weder verantwortbar noch nachhaltig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes erwarten in der Einkommensrunde rasch spürbare Verbesserungen: Wir fordern eine Einkommenserhöhung um 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro.“

Ein „Weiter so“ ist angesichts der angespannten Personallage keine Option mehr. Scharf kritisierte Volker Geyer die Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung, die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten um ein halbes Jahr zu verzögern: „Das ist kontraproduktiv, demotivierend und kurzsichtig!“ Gerade in einer Phase, in der ein Großteil der Bevölkerung den Staat als überfordert wahrnehme, sende dies ein fatales Signal mangelnder Wertschätzung.

Der BBB-Vorsitzende Rainer Nachtigall hob hervor, dass die Beschäftigten in den vergangenen Jahren mit großem Engagement wesentlich zur Bewältigung immer neuer Krisen beigetragen haben – trotz steigender Anforderungen und knapper Ressourcen. „Wer einen handlungsfähigen Staat will, muss den Beschäftigten mehr bieten als anerkennende Worte. Ein Abschluss unterhalb des TVöD ist für Bayern ein Rückschritt und gefährdet die Zukunft des Freistaats als Arbeitgeber! Bayern muss in der TdL Verantwortung übernehmen und das Ergebnis zeit- und wirkungsgleich auf den Beamtenbereich übertragen“, sagte er.

Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, betonte die „Bedeutung einer verbindlichen, unbefristeten Übernahme nach Ausbildung und Studium. Ohne verlässliche Perspektiven sei ein nachhaltiger Aufbau der nächsten Generation von Beschäftigten im öffentlichen Dienst nicht möglich. „Junge Menschen erwarteten faire Bezahlung, planbare Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Studierende, Praktikantinnen und Praktikanten sowie dual Studierende brauchen konkrete Verbesserungen, etwa Mindestentgelte und planbare Vertragslaufzeiten.“

Hintergrund:
Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Die letzte Verhandlungsrunde ist für den 11.-13. Februar 2026 vereinbart.

Datum: 2. Februar 2026
Autor: Torben

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