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Vielfalt: Staat muss zum Vorbild werden

„Jede und jeder Vierte in unserem Land – 27 Prozent – haben heute eine familiäre Einwanderungsgeschichte. Im öffentlichen Dienst, dem größten Arbeitgeber des Landes, sind es jedoch nur 12 Prozent. Da müssen wir besser werden“, stellt die Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration fest. Es brauche „einen Kulturwandel, bei dem wir die Organisationen unterstützen wollen. Ich will, dass sich die Vielfalt der Bevölkerung auch in der öffentlichen Verwaltung widerspiegelt. Und zwar auf allen Ebenen, von der Kommune bis zur Bundesverwaltung. Davon haben alle etwas, denn Vielfaltskompetenzen und Wissen darüber erleichtern den Alltag und verbessern nachweislich die Ergebnisse der gesamten Organisation“, betont Alabali-Radovan. Einige Behörden seien schon wichtige Schritte gegangen, um mehr Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte für sich zu gewinnen. „Aber wir müssen mehr tun, und der Staat muss hier zum Vorbild werden.“

In der Bundesverwaltung werde es künftig eine ganzheitliche Diversity-Strategie geben, die Behörden als Ganzes in den Blick nimmt. Die Staatsministerin kündigte einen Ausbau von Fördermaßnahmen und „eine an Vielfalt orientierte Organisationsentwicklung“ an, „die bereits beim Recruiting beginnt“. Einer Quote für Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Dienst steht Alabali-Radovan skeptisch gegenüber – zuvor sollten andere Möglichkeiten genutzt werden: „Ich setze mich für gezielte Maßnahmen ein, damit Menschen mit Einwanderungsgeschichte nicht länger benachteiligt werden. Dazu gehören eine breite Kampagne und Coaching-Programme. Aber auch, dass Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen bei der Eignungsbewertung berücksichtigt werden. Das steht der Bestenauslese nicht im Wege, im Gegenteil: Der öffentliche Dienst einer modernen Einwanderungsgesellschaft profitiert davon.“

Alabali-Radovan sprach sich auch für eine personelle Stärkung der mit Migration betrauten Behörden aus. „Wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Ausländerbehörden oder Standesämter unterbesetzt sind, können sie ihren vielfältigen Aufgaben nicht gerecht werden – geschweige denn beratend zur Seite stehen. Mir ist wichtig, dass wir die Behörden weiter zu Dienstleistern entwickeln, die unserer vielfältigen Bevölkerung gerecht werden können. Dafür müssen wir sie unterstützen und personell besser aufstellen.“

Datum: 3. März 2022
Autor: Torben

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