Zur Startseite

„Ich kann den Menschen ja nicht in den Kopf schauen“

„Ich entscheide nicht über absolute Wahrheiten oder Charakterfragen. Ich sammele nur die nötigen Informationen und entscheide über den Asylantrag. Das ist die Aufgabe“, erzählt der 44-jährige Sauerländer in der aktuellen Ausgabe vom dbb-Podcast „DienstTag – Menschen, die Staat machen“. Die Sachverhaltsermittlung kann dabei ein sehr komplexer Vorgang sein. Stimmen die Angaben zur Person? Wie plausibel und glaubhaft ist die Fluchtschilderung? „Die meisten Antragsteller kommen ohne Papiere zu uns und ich kann den Menschen ja nicht in den Kopf schauen“, so Kroll. Glücklicherweise klappt der Informationsaustausch mit den anderen staatlichen Dienststellen inzwischen besser. Außerdem gibt es effektive Hilfsmittel für die Entscheider, wie neue KI zur Dialekterkennung oder ständige aktualisierte Länderinformationen.

Auch wenn die Fluchtgründe rein wirtschaftlicher Natur sein sollten oder die Antragssteller offensichtlich mit dem Asylverfahren nur ein paar Montage gesicherten Aufenthalt erreichen wollen, bemüht sich Robin Kroll um Verständnis: „Es darf nie das Mitgefühl verloren gehen aber Mitgefühl ist auch kein Bleibegrund. Da muss man die Balance wahren, professionell bleiben und nach Rechtslage entscheiden.“    

Datum: 13. Mai 2025
Autor: Torben

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

„Deutschlands Stärke: unser öffentlicher Dienst“

„Der öffentliche Dienst steht immer wieder in der Kritik. Insbesondere die Angriffe auf das Berufsbeamtentum nehmen zu. Was dabei zu oft aus dem Blick gerät: Unsere Kolleginnen und Kollegen sorgen dafür, dass dieses Land rund um die Uhr funktioniert. Sie sorgen für Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Steuergerechtigkeit, Umwelt- und Verbraucherschutz und vieles mehr. Sie sind für erfolgreiches Wirtschaften

Weiterlesen »

„In einer Welt voller Krisen wollen die Menschen einen Staat, der funktioniert und sie schützt“

Mit Blick auf die Debatte über angebliche Privilegien des Berufsbeamtentums stellt der dbb-Bundesvorsitzende erneut klar: „Man spricht immer nur über die Vorteile und nie über die Pflichten und den Wert des Berufsbeamtentums für unser Land, die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft. Beamte dürfen nicht streiken, sind leichter zu versetzen und sie haben einen Eid auf die

Weiterlesen »

Geyer: Der Staat lebt von Vertrauen

 „Vertrauen ist das Kapital, von dem der Staat lebt“, sagte Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb, auf dem Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft (BTB) am 12. Juni 2026 in Erfurt. „Deshalb ist es fatal, wenn 73 Prozent der Bevölkerung den Staat für überfordert halten. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren und müssen mit aller Kraft gegensteuern,

Weiterlesen »

Loading...