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Geyer über den Staat: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht

Laut der dbb-Bürgerbefragung meinen das immerhin 50 Prozent der Menschen im Land. Für Geyer ist das aber kein Grund für Zurückhaltung bei Tarifverhandlungen. Im Interview mit der WirtschaftsWoche (Ausgabe vom 2. Februar 2026) erklärte er: “Das Problem ist ein anderes: Die gleiche Umfrage hat ergeben, dass 73 Prozent unseren Staat nicht mehr für handlungsfähig halten. Die Leute zahlen hohe Steuern und Gebühren, erhalten dafür aber oft keine adäquate staatliche Gegenleistung mehr, obwohl die Beschäftigten ihr Bestes geben. Ein Staat, der seine Aufgaben nicht erfüllt, erscheint vielen dann in der Tat als „zu teuer“. Weil das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt.”

600.000 Fachkräfte fehlen

Ein Grund sei die permanente Überlastung der Beschäftigten, so der dbb Bundesvorsitzende weiter: Zwar habe es in den vergangenen Jahren einen Personalzuwachs gegeben, aber: “Schauen Sie sich allein den Bereich der öffentlichen Sicherheit an. Oder Migration und Gesundheitsversorgung. Der Bund beschließt zudem ständig neue Leistungsgesetze, die von Ländern und Kommunen umgesetzt werden müssen. Dafür braucht man mehr Personal. Das ändert aber nichts an den massiven demografischen Problemen, die auf uns zurollen. Nach unseren Berechnungen fehlen schon heute im öffentlichen Dienst rund 600.000 Fachkräfte, darunter allein über 100.000 Lehrkräfte. In den nächsten zehn Jahren gehen 1,4 Millionen Menschen aus dem öffentlichen Dienst in den Ruhestand. Die Lage ist brandgefährlich.”

Wenn der Staat handlungsfähig bleiben wolle, muss er beim Wettbewerb um knappes Personal attraktive Arbeitsplätze bieten, die es mit der Privatwirtschaft aufnehmen können. Deshalb bleibe der dbb auch in der laufenden Einkommensrunde mit den Ländern bei seiner Forderung nach 7 Prozent, mindestens 300 Euro mehr im Monat. “Leider haben die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein abschlussfähiges Angebot auf den Tisch gelegt, lediglich Zahlenspielereien. Wir sind jetzt dabei, unsere Streikmaßnahmen deutlich auszuweiten, etwa bei Unikliniken oder Rechenzentren. Oder bei den Straßenmeistereien.”

Datum: 2. Februar 2026
Autor: Torben

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