Digitalisierung der beruflichen Bildung „Jenseits des Kabels“

Digitalisierung der beruflichen Bildung „Jenseits des Kabels“

BvLB-Regionalkonferenz in der MMBbS: 100 Experten liefern Impulse

Der Mensch lernt linear, nicht exponentiell. Schneller lernen klappt also nicht. Um bei der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft dennoch Schritt halten zu können, muss die berufliche Bildung „Jenseits des Kabels“ auf allen Feldern revolutioniert und intelligente Konzepte entwickelt werden. Das ist die Quintessenz der eintägigen Regionalkonferenz des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB). Gut 100 Experten aus neun Bundesländern, darunter Vertreter der Politik, der Schulbehörden und Pädagogen, haben am 3. Mai in der Multi-Media Berufsbildenden Schule (MMBbS) in Hannover in Fishbowls Impulse geliefert, um die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern.

Bundesvorsitzende Eugen Straubinger und Joachim Maiß

„Wie sehr die Digitalisierung das Alltagsleben immer weiter verändern wird, kann niemand voraussagen. Gerade die berufliche Bildung steht vor der schwierigen Aufgabe, für eine Zukunft auszubilden, von der man nicht weiß, wie sie aussieht. Um hier erfolgreich zu sein, müssen wir Technik und Didaktik zusammenführen und nicht nur Technik um der Technik willen installieren“, sagte Grant Hendrik Tonne in seiner Eröffnungsrede der BvLB-Regionalkonferenz. Für Niedersachsens Kultusminister gibt es unterschiedliche Handlungsfelder, die im Grunde zeitgleich angegangen werden müssen. Der Themenfächer reicht von der verbindlichen Medienkompetenz-Vermittlung über den Aufbau von Kompetenzzentren für die Lehrerbildung bis hin zur Weiterentwicklung von Cloud-Lösungen.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne

Für den BvLB sind Gigabit für alle, leistungsstarkes W-LAN in allen Klassenräumen, „Bring your own device“ (BYOD) und Cloudtechnologie gesetzte Standards bei der Digitalisierung des schulischen Alltags, über die man nicht mehr reden muss. „Maßgeblich ist, dass die offensichtlichen Probleme, an denen die Digitalisierung jenseits des Kabels zu scheitern droht, benannt werden“, sagte Joachim Maiß, BvLB-Vorsitzender.

Professor Dr. Andreas Breiter, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Informationsmanagement Bremen GmbH an der Uni Bremen, leitete als Keynote-Speaker in das Thema „Entwicklungen in der digitalen Transformation für die berufliche Bildung in der digitalen Welt“ ein und weitete den Blick aufs Thema. „Wir brauchen Learn-Labs, wo die Transformation gelebt wird und digitale Klassenräume, die über Schulgrenzen hinweg untereinander vernetzt sind und einen Wissenstransfer ermöglichen.“

Prof. Dr. Andreas Breiter

Julia Gillen, Professorin für Berufspädagogik an der Leibniz-Universität Hannover und Direktorin der Leibniz School of Education, fokussierte als zweite Keynote-Speakerin auf die Frage: „Stehen wir in der beruflichen Bildung aufgrund der digitalen Transformation vor einem Paradigmenwechsel?“ Die Antwort: Pädagogisch nein, technisch schon. „Künftig übernimmt der Lernende die aktive Rolle. Der Lehrende schafft den nötigen Rahmen für relevante Lernfelder. Das ist diametral zum heutigen Frontalunterricht.“

Prof. Dr. Julia Gillen

Der Veränderungsprozess ist längst in vollem Gange. „60 Prozent der heute 6- bis 13-Jährigen werden künftig in einem Beruf arbeiten, den es heute noch gar nicht gibt“, sagte Staatssekretär Stefan Muhle vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium als Fishbowl-Diskutant. Nur ein Zahlenbeispiel für den rasanten digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Fokus bei der Konferenz lag auf folgenden Fragen: Wie können didaktische Konzepte für die berufliche Bildung in und für eine digitale Welt aussehen? Welche Rolle übernimmt Schule in einer von der Digitalisierung immer stärker bestimmten Gesellschaft? Für welche Arbeits- und Berufswelt muss Schule künftig ausbilden? Und wie soll die Lehrerbildung als Voraussetzung für eine gelingende Digitalisierung aussehen?

„Aus den Impulsen definieren wir jetzt Handlungsempfehlungen, die beim BvLB-Berufsbildungskongress Mitte November in Berlin in einem Forderungskatalog münden werden. Diesen legen wir dann der Politik vor, um die berufliche Bildung in der digitalen Transformation nachhaltig zu stärken. Die beruflichen Schulen sind das Bindeglied zur Wirtschaft. Die Anforderungen der Betriebe sind maßgeblich für das, was wir vermitteln“, sagten die zwei BvLB- Bundesvorsitzenden Joachim Maiß und Eugen Straubinger unisono.

 

 

Fishbowl Impressionen:

Die wesentlichen Ergebnisse der Keynotes und der Fishbowls zeigen die hervorragenden Graphic Recordings  (Sketchnotes)

Keynote 1

 

Keynote 2

Keynote 2

Fishbowl 1

Fishbowl 2

Fishbowl 3

 

Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. vertritt in Deutschland über 39.000 Lehrerinnen und Lehrer.       

BvLB – DIE BERUFSBILDNER

Der OV-Lüneburg beim Biertasting in der Elbphilharmonie

Am Freitag, den 22. März, hat sich eine Gruppe von Bierfreundinnen und Bierfreunden aus dem schönen Lüneburg auf den Weg in die Elbphilharmonie in Hamburg gemacht, um im „Restaurant Störtebeker Taste & Shop“ eine Bierverkostung der besonderen Art zu erleben.

Wie bei solchen Veranstaltungen des OV Lüneburg üblich, waren neben den aktiven Kolleginnen und Kollegen auch deren Partnerinnen und Partner, die Senioren und (Noch-)Nichtmitglieder, die den Verband kennen lernen möchten, geladen. So traf dann diese bunt gemischte Gruppe von 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern voller Vorfreude in der Elphi ein.

Die Kollegin Stefanie Golon hatte ihre guten Kontakte in die Hamburger Craftbeer-Szene genutzt und zusammen mit Biersommelier Eric ein ganz spezielles Biertasting-Paket geschnürt, das es in dieser Form nur einmalig an diesem Abend gegeben hat. Verkostet wurden 16 Störtebekerbiere vom Fass. Dabei waren mit dem Kellerbier und dem Roggenweizen zwei Weltmeisterbiere, mit dem Übersee-Pils eine Neuigkeit, die erst seit zwei Wochen auf dem Markt war und das limitierte Witbier, welches das Siegerbier der 2. Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer ist. Glanzpunkt war ein extra für diesen Abend vereister Eisbock, der lakritzartige Geschmacksnoten und einen geschätzten Alkoholgehalt von 20 % hatte.

Der Eisbock wird „geerntet“

Zu jedem Bier wurden die Besonderheiten im Brauverfahren, im Geruch und im Geschmack erklärt. Darüber hinaus hat Sommelier Eric die Geschichte der Störtbekerbrauerei in Stralsund umrissen, die kurz nach der Wende im Jahr 1990 aus ihrem Dornröschenschlaf der Mangelwirtschaft in der DDR wachgeküsst wurde, und nun als eine der modernsten Brauereien weltweit agiert. Der anfängliche Ausstoß von 6.000 Hektolitern wurde bis heute auf ca. 250.000 Hektoliter gesteigert, das nächste Ziel ist die 500.000 Hektolitermarke, die in wenigen Jahren erreicht sein soll.

Da Eric auch gelernter Brauanlagentechniker ist, konnte er den staunenden Zuhören ebenfalls erklären, wie er es an diesem Abend schaffen konnte, die 20 Tastinggläser 16-mal jeweils innerhalb von zwei Minuten zu zapfen, wie es der Paulaner-Brauerei gelingt, einen Maßkrug beim Oktoberfest in drei Sekunden zu füllen oder wie beim Festival in Wacken vollautomatisch 24 Bier gleichzeitig innerhalb von 10 Sekunden gezapft werden.

Die Kolleginnen und Kollegen bei der Geruchsprobe

Insgesamt war dies ein sehr gelungener und kurzweiliger Abend, den alle bei besonderen Bieren, interessanten Fakten und einem einmaligen Blick über die Elbe sehr genossen haben. Danke an Stefanie Golon für die tolle Organisation und an Biersommelier Eric, der ein fachkundiger, unterhaltsamer und sehr aufmerksamer Gastgeber war.

 

Vorankündigung Delegiertenversammlung 2019

Vorankündigung Delegiertenversammlung 2019

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Turnusgemäß findet auch 2019 die ordentliche Delegiertenversammlung des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer in Niedersachsen statt.

Die Einladung für die am

Donnerstag, den 28. November 2019

stattfindende Versammlung sowie das Grundsatzprogramm werden rechtzeitig zugestellt.

Bitte beraten Sie auf den kommenden Veranstaltungen in den Orts- und Bezirksverbänden über Anträge, die Sie zur Delegiertenversammlung 2019 stellen wollen.

Für weitere Informationen steht Ihnen Annette Hermes unter der Email-Adresse hermes[at]vlwn.de zur Verfügung.

Wir freuen und auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

 

Aus 3 mach 1: Neuer Bezirksverband Weser-Ems

Um Punkt 18:00 Uhr war es soweit. Das neue Vorstandsteam eines fusionierten Bezirksverbandes Weser-Ems wurde einstimmig von den Mitgliedern gewählt. Damit war die Veranstaltung jedoch noch nicht zu Ende. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden anschließend bei angenehmer musikalischer Untermalung mit Kontrabass und Flügel und einem hervorragenden Buffett zu angeregten Gesprächen zusammen. Um 20:00 Uhr erreichte die Bezirksversammlung mit dem Motto „ein Tag mit Freunden und dem VLWN“, einen weiteren Höhepunkt: Das Ensemble Lehrkraft enterte die Bühne der Aula und sorgte mit ihrem Programm Inklusion exklusiv für einen launigen kabarettistischen Abschluss des gelungenen Veranstaltungstages.

Die gemeinsame Bezirksversammlung der drei Bezirke Oldenburg, Ostfriesland-Papenburg und Osnabrück-Emsland am 22.02.2019 in Oldenburg stand ganz im Zeichen der Fusion zum neuen Bezirksverband Weser-Ems. Um 16:30 Uhr eröffnete Marcus Schlichting die gemeinsame Bezirksversammlung und begrüßte die anwesenden Mitglieder. Namentlich wurde der Landesvorstand mit Joachim Maiß, Oliver Pundt, Annette Hermes und Gerd Reddig und auch der ehemalige Landesvorsitzende Jürgen Brehmeier und der ehemalige Bezirksvorsitzende Gerold Lienemann mit Applaus in der Aula der BBS Haarentor empfangen

Joachim Maiß, VLWN-Landesvorsitzender, berichtete im Rahmen seiner Grußworte von der Fusion auf Bundesebene und stellte den Gedanken, der auch hinter der heutigen Umstrukturierung steht, noch einmal heraus. Durch die Fusion, so Maiß, soll die Schlagkraft der Bezirksverbände und damit des Gesamtverbandes gestärkt werden. Maiß betonte zudem, wie wichtig junge Leute für den VLWN sind und lobte die gute Nachwuchsarbeit an den Universitäten. Auch Diedrich Ahlfeld begrüßte als Schulleiter der BBS Haarentor die Mitglieder und wies in seiner Ansprache auf die neue offene Verbandsstruktur hin. Er warb für eine aktive Beteiligung an der Verbandsarbeit z. B. im Rahmen eines VLWN-Futur-Teams.

Nach der Begrüßung berichteten die Bezirksvorsitzenden der drei Bezirke über die Aktivitäten der letzten Jahre. Der Bezirk Oldenburg besuchte, so Marcus Schlichting, 2016 im Zusammenhang mit einer Bezirksversammlung in der Klinkerburg ein Spiel der EWE Basket. 2018 ermöglichte ein gemeinsamer Besuch des Escape-Rooms den Austausch zwischen den Mitgliedern. Manfred Glauser berichtete für den Bezirk Osnabrück-Emsland über die Aktivitäten im Arbeitskreis Weser-Ems. Andre Fritz stellte gemeinsame Ausflüge zur Jever-Brauerei und zur Teststrecke nach Papenburg vor. Jeder Bezirk informierte zudem über den jeweiligen Kassenstand. Die Mitglieder der drei Bezirksvorstandsteams wurden anschließend durch die anwesenden Mitglieder der Bezirke entlastet. Für Heiterkeit sorgte Andre Fritz, als er betonte, dass die Fusion angesichts der leeren Kasse von Ostfriesland-Papenburg eine echte Liebesheirat sei.

Anschließend stellten sich die Bezirksvorstände den Fragen zur Fusion von Moderator und Wahlleiter Hendrik Banneke. Der gemeinsame Bezirksverband Weser-Ems verfolgt die Zielsetzung, so die Vorstellung der Bezirksvorsitzenden, die Ortsverbände zu stärken, die Mitglieder miteinander zu vernetzen und bezirksweite Veranstaltungen anzubieten, die allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Mehrwert versprechen. In diesem Zusammenhang sollen jährliche Bezirksversammlungen an unterschiedlichen Orten des Bezirkes durchgeführt werden, die abwechselnd fachliche Schwerpunkte und Eventcharakter haben werden. Aus den vergangenen Jahrzehnten wissen die Vorstände jedoch, dass die Mitglieder auch Veranstaltungen in regionalem Rahmen sehr schätzen. Daher wird auch der neue Bezirksverband Weser-Ems durch Vorstandsmitglieder in den Regionen betreut, die als Ansprechpartner vor Ort fungieren und regionale Treffen veranstalten werden. Anschließend leitete Hendrik Banneke gewohnt souverän durch die Abstimmung zur Fusion, die von den wahlberechtigten Mitgliedern einstimmig angenommen wurde.

Das neue Vorstandsteam stellte sich einzeln vor und wurde um 18:00 Uhr einstimmig gewählt. Das Team setzt sich zusammen aus: Christine Dorenkamp (Region Osnabrück-Emsland), Ingrid Frenkel (Region Oldenburg), Andre Fritz (Region Ostfriesland-Papenburg), Manfred Glauser (Region Osnabrück-Emsland), Johanne Lüttermann-Weinreich (Region Ostfriesland-Papenburg), Michael Mielke (Region Osnabrück-Emsland) Marcus Schlichting (Region Oldenburg) und Tobias Schulten (Region Oldenburg). Marcus Schlichting bedankte sich im Namen des gesamten Vorstandsteams für das Vertrauen und teilte mit, er werde sich als Bezirksvorsitzender zur Verfügung stellen.

Andre Fritz

Manfred Glauser

Marcus Schlichting bedankt sich bei Hendrik Banneke

WIR sind MEHRwert – Wesentliche Kernpunkte des Tarifabschlusses

Entgelterhöhung

Die lineare Steigerung beträgt im Gesamtvolumen

  • 3,2 % (mindestens 100 Euro) zum 1. Januar 2019,
  • nochmals 3,2 % (mindestens 90 Euro) zum 1. Januar 2020 und
  • schließlich 1,4 % (mindestens 50 Euro) zum 1. Januar 2021.

Dabei wird die jeweilige Stufe 1 in der Tabelle überproportional erhöht. Das ergibt unter Einberechnung aller weiteren Faktoren der Tarifeinigung ein Gesamtvolumen von 8 %. Die Laufzeit beträgt 33 Monate (bis 30. September 2021).

 

Entgeltordnung

Die Garantiebeträge bei Höhergruppierung werden zum 1. Januar 2019 für die Dauer der Laufzeit des Tarifvertrags auf 100 Euro (EG 1-8) bzw. auf 180 Euro (EG 9-14) erhöht, begrenzt auf den Unterschiedsbetrag bei einer stufengleichen Zuordnung. Der Forderung nach einer stufengleichen Höhergruppierung wollte die TdL nicht nachkommen.Die bisherige Entgeltgruppe 9 wird in die Entgeltgruppen 9a und 9b aufgeteilt.

Entgeltordnung Lehrkräfte

Die Angleichungszulage wird zum 1. Januar 2019 von bisher 30 Euro um 75 Euro auf 105 Euro erhöht.
Auch in der nächsten Einkommensrunde werden weitere Angleichungsschritte verhandelt. Schon nach Abschluss der aktuellen Einkommensrunde wollen die Tarifpartner wieder über die Weiterentwicklung der Entgeltordnung für Lehrkräfte reden.

Weitere Ergebnisbestandteile

Die Tabellenentgelte in der neu vereinbarten SuE-Tabelle (Sozial- und Erziehungsdienst, Anlage G zum TV-L), die ab dem 1. Januar 2019 gültig ist, werden zum 1. Januar 2020 um 2 x 3,2 Prozent und zum 1. Januar 2021 nochmals um 1,4 Prozent erhöht.

Die Jahressonderzahlung wird für die Jahre 2019 bis 2022 auf dem Niveau von 2018 eingefroren. Allerdings wird zuvor noch die Angleichung Ost an das Westniveau umgesetzt. Danach finden Entgelterhöhungen auch auf die Jahressonderzahlung wieder Anwendung.

Angriff auf die Entgeltordnung abgewehrt

In den Verhandlungen hatte die TdL eine massive Gegenforderung gestellt. Sie wollte den so genannten Arbeitsvorgang neu definiert haben. Das klingt harmlos, hätte es aber in sich gehabt und zu einer spürbar schlechteren Eingruppierung für unzählige Beschäftigte geführt. Mit ihrem Vorhaben wollte die TdL die aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts korrigieren. „Damit wären durch die Hintertür viele materielle Vorteile unseres Abschlusses direkt wieder einkassiert worden“, erläuterte Silberbach gegenüber der Presse. „Über zwei Runden hinweg haben die Arbeitgeber diese massive Verschlechterung ultimativ gefordert und mit dem Abbruch der Verhandlungen gespielt. Letztlich aber haben sie eingesehen, dass wir hier keinen Zoll breit von unserer Ablehnung zurückweichen würden.“

Diskussion und Bewertung

In der dbb Verhandlungs- und der dbb Bundestarifkommission ist der Kompromiss kontrovers diskutiert worden. Volker Geyer, Fachvorstand Tarifpolitik im dbb, warb für die Annahme des Kompromisses, „weil wir in unseren Kernforderungen deutliche Verbesserungen ausgehandelt haben. Linear haben wir ordentlich was erreicht und bei wichtigen Detailforderungen ebenfalls Verbesserungen gestaltet, die in den Portemonnaies der Beschäftigten zu spüren sein werden.Insbesondere der Fakt, dass wir bei unseren Forderungen für die Azubis nahezu alles durchsetzen konnten, ist gut für die jungen Menschen und ein erfreuliches Signal für die Zukunft des öffentlichen Dienstes. Dass jedoch die TdL kaum bereit war, strukturelle Defizite des TV-L aufzuarbeiten, darf nicht kleingeredet werden.“

Am Ende der Diskussion in der Bundestarifkommission stimmte diese mehrheitlich bei einigen Gegenstimmen und Enthaltungen zu.

Die BvLB-Vertreter in der Bundestarifkommission verweigerten letztlich jedoch dem vorgelegten Papier die Zustimmung und enthielten sich der Stimme, weil von den Kernforderungen aus dem Lehrerbereich bei keinem Punkt ein finaler Durchbruch erzielt wurde und zudem die Jahressonderzahlung für 4 Jahre auf dem Stand von 2018 eingefroren wird.

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Strategierat Niedersachsen – Digitalisierungsstrategie

Ein paar persönliche Bemerkungen vorab (von J. Maiß)

Es ist ein wenig ungewöhnlich im Wirtschaftsministerium inmitten der Wirtschaftsverbände als einfacher Schulleiter und einziger Lehrerverbands-, ja sogar einziger Lehrervertreter zu sitzen, aber es ist gut, der Digitalisierungsentwicklung in Niedersachsen einige Komponenten aus dem Bildungsbereich mitzugeben.
Seit Oktober 2018 tagt der von Herrn Staatssekretär Muhle eingerichtete Strategierat.
Förderprogramme, die sich zwar primär an die Wirtschaft wenden und andere Ideen, wie der Digitale Reifegrad, der Digitalhub, die Digitalagentur oder der Digitalbonus werden in diesem Gremium im Vorfeld der offiziellen Verbandsanhörung des Wirtschaftsministeriums diskutiert. In der heutigen Sitzung war Minister Althusmann dabei und verdeutlichte nochmals eindrucksvoll seine Vison vom Digitalen Niedersachsen.
Er betonte ausdrücklich mit dieser Vision nicht zum Arzt zu wollen oder müssen, da er sicher sei, dass es für alle Niedersachsen bis 2022 bzw. 2025 eine deutlich bessere digitale Zukunft geben wird.
Alle vertreten Verbände und Institutionen unterzeichneten die gemeinsame Erklärung nach dem Minister.
Zum Schluss sei diese Bemerkung erlaubt: Das Wort Bildung und gerade auch Berufliche Bildung ist in den Räumen des Wirtschaftsministeriums deutlich häufiger zu vernehmen, als in Presseerklärungen des MK.

 

Die offizielle Mitteilung dazu

Memorandum of Understanding – Strategierat Niedersachsen

Das Land Niedersachsen fokussiert mit seiner Digitalisierungsstrategie die systematische Umstellung auf digitale Prozesse und Produkte in Mittelstand und Handwerk. Ziel und Anspruch sind es, den nationalen Benchmark beim Digitalisierungsgrad in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu setzen. Hierzu ist es erforderlich, dass neben der strategischen Planung insbesondere auch die Umsetzung von konkreten Maßnahmen und Arbeitsprogrammen zur Zielerreichung vorangetrieben werden. Mit der Digitalagentur Niedersachsen und dem Digitalbonus werden zwei konkrete Maßnahmen der Digitalisierungsstrategie umgesetzt. Der gesamte Transformationsprozess kann nur in Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Kammern, Innungen und Verbänden gelingen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat sich am 3. September 2018 der Strategierat Niedersachsen konstituiert, der über alle Branchen einen vertrauensvollen und zielorientierten Dialog zwischen Wirtschaft und Politik realisiert.

Der Strategierat Niedersachsen ist sich einig, dass zunächst gemeinsam geeignete Indikatoren für den Digitalisierungsgrad definiert werden müssen, um die Digitalisierung in Niedersachsen messbar zu machen. Damit wird gleichzeitig die Grundlage geschaffen, die aktuelle Position und angestrebte Vorreiterrolle Niedersachsens in der Digitalisierung transparent zu machen. Alle Mitglieder des Strategierats unterstützen daher die Bestrebungen des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung zur weiteren Ausgestaltung und Erhebung der aus diesen Indikatoren resultierenden Kenngrößen. Durch Beschluss auf der 2. Sitzung des Strategierats am 9. November 2018 umfassen die Indikatoren zunächst die folgenden Indikationsfelder:

  • Bildungseinrichtungen
  • Digitalberatung
  • Umsetzungsprojekte der Digitalisierung
  • Digitaler Reifegrad
  • Breitbandinfrastruktur gewerblich
  • Breitbandinfrastruktur der Bildungseinrichtungen
  • Fachkräftepotenzial

Für die Entwicklung von messbaren Digitalisierungsindikatoren in den Indikationsfeldern unterstützen alle Mitglieder darüber hinaus das Innovationszentrum Niedersachsen durch die Integration von gemeinsam entwickelten Fragen zur Erhebung in laufenden Befragungen ihrer Mitgliedsbetriebe oder durch die Verbreitung einer gemeinsam entwickelten Befragung.

Das Land Niedersachsen richtet die Maßnahmen der Digitalisierungsstrategie anschließend so aus, dass der vom Strategierat definierte Digitalisierungsgrad im niedersächsischen Mittelstand und Handwerk maßgeblich gesteigert werden kann. Darüber hinaus ist sich der Strategierat einig, dass die praktischen Erfahrungen aller Mitglieder genutzt werden, um die Digitalisierungsmaßnahmen zu evaluieren und im gegenseitigen Austausch effizient und zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Minister Althusmann unterschreibt die gemeinsame Erklärung

Staatssekretär Muhle

Digitaler Strategierat – Die Unterzeichner

Unterzeichner:

AGA Unternehmensverband, Arbeitgeberverband ChemieNord, Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie e.V., Arbeitgeberverband der Zuckerfabriken Norddeutschlands e.V., Baugewerbe-Verband Niedersachsen, Evangelische Akademie Loccum, DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V., Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen e.V., Handelsverband Niedersachsen-Bremen e.V., IHK Niedersachsen, Industrieverband Niedersächsischer Metall- und Elektrounternehmen e.V., Innovationszentrum Niedersachsen, Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen e.V., Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen, MMBBS Hannover, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, NBank, Niedersachsenmetall, Unternehmensverbände Handwerk Niedersachsen e.V., Unternehmerverbände Niedersachsen e.V., Verband der Chemischen Industrie Landesverband Nord, Verband Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie Norddeutschlands e.V..