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Digitalisierung der Verwaltung braucht mehr Mut

„Wir brauchen endlich den politischen Mut, digitale Lösungen auf die Straße zu bringen – auch wenn sie noch nicht hundertprozentig perfekt sind. Natürlich erfordern einige sensible Bereiche fehlerfreie Prozesse. Und natürlich muss der Mensch bei Bedarf nachsteuern können, wenn es etwa um Gesetzesauslegung und die Berücksichtigung von Einzelfällen geht. Aber wenn wir mit einer Anwendung den Bürgerinnen und Bürgern in 98 von 100 Fällen sofort helfen können und in nur zwei Fällen noch nachgesteuert werden muss, dann haben wir doch schon viel gewonnen. Den Mut, solche Entscheidungen zu treffen und endlich ins Machen zu kommen, das wünsche ich mir von den Regierungen in Bund und Ländern“, sagt der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 26. September 2022 beim Gewerkschaftstag des dbb mecklenburg-vorpommern.

Grundsätzlich biete die Digitalisierung unzählige Chancen für den öffentlichen Dienst, erklärte der dbb Chef: „Sie kann den Kolleginnen und Kollegen gezielt Entlastung bieten. Dadurch bleibt dann endlich wieder mehr Zeit für die Belange der Bürgerinnen und Bürger. Doch davon sind wir leider noch weit entfernt: Ohne ausreichend geschultes Personal und eine zeitgemäße Ausstattung ist keine Digitalisierung zu schaffen. Als größte Volkswirtschaft der EU bewegen wir uns im europäischen Vergleich weiterhin nur im hinteren Mittelfeld. Das gefährdet langfristig unseren Wohlstand.“ Erfreulicherweise gebe es mittlerweile ein größeres Problembewusstsein und die Bundesregierung habe letzten Monat ihre „Digitalisierungsstrategie“ vorgestellt. Silberbach bleibt vorerst dennoch skeptisch: „Ich habe aufgehört zu zählen, aber an Strategien, Versprechungen und Vorhaben hat es noch nie gemangelt. Nur bei der Umsetzung, da hapert es noch immer. Das Silodenken muss endlich der Vergangenheit angehören. Die Digitalisierung kann nur klappen, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Datum: 27. September 2022
Autor: Torben

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