Politiker bei einer Veranstaltung zur finanziellen Entlastung und Entscheidungsfreiheit für Städte.

Zur Startseite

Finanzielle Entlastung und mehr Entscheidungsfreiheit für Städte

Städte dürften nicht länger als „Mangelverwalter“ erscheinen, sondern müssten ihre Rolle als Gestalter gesellschaftlicher Entwicklungen zurückgewinnen – Schuchardt warnt vor den Folgen massiver Defizite in den kommunalen Haushalten. Im vergangenen Jahr sei ein Rekordminus von 25 Milliarden Euro aufgelaufen, getrieben vor allem von stark steigenden Sozialausgaben. 

„Das zwingt jeden städtischen Haushalt absehbar in die Knie“, so Schuchardt in der September-Ausgabe des dbb magazins. Für Aufgaben, die Kommunen im Auftrag des Bundes erledigen, sei endlich ein finanzieller Ausgleich notwendig. Mehr Gestaltungskraft bedeute, wieder in Schulen, Wohnungen und eine bürgernahe Verwaltung investieren zu können.

Festes Budget statt Förderprogramme

Der Städtetags-Hauptgeschäftsführer fordert Bund und Länder auf, den Städten mehr Entscheidungsfreiheit zu gewähren. Förderprogramme seien oft zu bürokratisch, besser wäre ein festes Budget mit mehr eigenem Spielraum. „In vielen Bereichen muss es einfach mehr Beinfreiheit geben“, sagte Schuchardt. Der sogenannte „Bauturbo“ der Bundesregierung sei ein Schritt in die richtige Richtung, um Verfahren schneller und unkomplizierter zu gestalten. 

Schuchardt kritisierte zudem die ungleiche Lastenverteilung im föderalen System: Während die Kommunen etwa ein Viertel der gesamtstaatlichen Ausgaben stemmen, stünden ihnen nur rund ein Siebtel der Steuereinnahmen zur Verfügung. Ein höherer Anteil am Steueraufkommen sei daher „kein Selbstzweck, sondern entspricht der Realität“.

Das ganze interview finden Sie im aktuellen dbb magazin.

Datum: 10. September 2025
Autor: Torben

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

Jetzt die Mitbestimmung konsequent weiterentwickeln

„Die Reform von 2021 war ein wichtiger erster Schritt. Doch sie ist bis heute unvollendet“, machte Milanie Kreutz, stellv. dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Grundsatzkommission Mitbestimmung im dbb, am 9. Juni 2026 in Berlin klar. Angesichts wachsender Herausforderungen im öffentlichen Dienst forderte sie die Politik mit Nachdruck auf, die überfällige Weiterentwicklung endlich anzugehen.  Reformbedarf ist dringend – klare

Weiterlesen »

Pauschale Stelleneinsparungen zerstören Vertrauen

„Wir sehen es kritisch, wenn die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern einen starken Fokus auf Einsparungen und Personalabbau legen“, betonte dbb-Chef Volker Geyer am 9. Juni 2026 auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin. Zwar unterstütze der dbb ausdrücklich, dass der Staat leistungsfähiger, digitaler und handlungsfähiger werden müsse. „Aber die Staatsmodernisierung wird nur mit einem modernen

Weiterlesen »

dbb-Einschätzung zum Reform-Entwurf: „Befürchtungen übertroffen“

„Was in diesem Entwurf steht, ist klares Politikversagen“, stellte der stellv. dbb-Bundesvorsitzende Maik Wagner am 5. Juni 2026 klar. „Es wird fast ausschließlich zu Lasten von Pflegebedürftigen, An- und Zugehörigen sowie beim Pflegepersonal gespart. Damit trifft die Reform ausgerechnet diejenigen, die im aktuellen System ohnehin benachteiligt sind. So schafft man keine Akzeptanz in der Bevölkerung.“  Negativ fallen insbesondere

Weiterlesen »

Loading...