Flughafenpersonal fordert faire Arbeitsbedingungen und bessere Angebote.

Zur Startseite

Flughäfen: Beschäftigte fordern faires Angebot

„Unsere Kolleginnen und Kollegen an den Flughäfen standen in den letzten Jahren extrem unter Druck”, erklärte Volker Geyer, dbb Vize und Fachvorstand Tarifpolitik, vor den Demonstrierenden am Frankfurter Airport. „Zuerst kamen die Corona-Pandemie und der Zusammenbruch des Flugverkehrs, dann Kurzarbeit und Notlagentarifvertrag. Die Beschäftigten mussten erhebliche Einbußen bei den Einkommen verkraften und das während einer Rekordinflation. So wie der Flugverkehr wieder auf Vor-Krisen-Niveau ist, muss sich auch das Entgelt schnell deutlich nach oben entwickeln.“

Die Tarifkonstellation an den deutschen Flughäfen ist besonders kompliziert, so der dbb Vize weiter: „Neben dem Konflikt mit Bund und Kommunen sind heute auch die Kolleginnen und Kollegen der Luftsicherheit im Streik. Seit Anfang 2020 verhandeln wir hier über Zeitzuschläge, aber die Arbeitgebenden mauern. Die Beschäftigten arbeiten regelmäßig zu ungünstigen Zeiten. Ob Nachtarbeit, Arbeit an Feiertagen oder Mehrarbeit: Die hohe Flexibilität der Kolleginnen und Kollegen muss in Zukunft besser bezahlt werden.“ Die Stimmung an den Flughäfen sei inzwischen miserabel, betonte Geyer, die Nachwuchsgewinnung gefährdet: „Schluss mit der Blockadehaltung der Arbeitgebenden. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten nächste Woche in Potsdam ein faires Angebot!”

Hintergrund Flughäfen

An den Warnstreiks in Frankfurt beteiligen sich Beschäftigte des Flughafenbetreibers Fraport, der Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Hessen ist und wo dementsprechend der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) von Bund und Kommunen gilt. Für sie gilt bis Ende 2023 der nach der Einkommensrunde 2020 abgeschlossene Corona-Notlagen-TV Flughäfen. Das heißt, bei Fraport kommt erst ab dem 1. April 2023 der letzte Erhöhungsschritt aus der Einkommensrunde 2020 zum Tragen und erst ab dem 1. Oktober 2023 die jetzt zu vereinbarende Erhöhung. Des Weiteren waren dort eine Aussetzung der Leistungsorientierten Bezahlung und eine erhöhte Eigenbeteiligung der Beschäftigten an der Zusatzversorgung vereinbart worden. Die außerdem vereinbarte Möglichkeit der Arbeitszeitreduzierung um sechs Prozent bei entsprechender Entgeltreduzierung wurde bei Fraport nicht umgesetzt. Außerdem handelt es sich um Beschäftigte der Fraport-Tochtergesellschaft FraGround, die nicht Mitglied im KAV ist, in deren Entgeltrahmentarifvertrag aber auf die TVöD-Erhöhungen Bezug genommen wird. Zudem streiken komba Mitglieder aus dem Bereich der Luftsicherheit bei den Arbeitgebern FraSec und I-SEC im Rahmen der Verhandlungen über den Manteltarifvertrag für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen. 

Datum: 17. Februar 2023
Autor: DBB

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

Jetzt die Mitbestimmung konsequent weiterentwickeln

„Die Reform von 2021 war ein wichtiger erster Schritt. Doch sie ist bis heute unvollendet“, machte Milanie Kreutz, stellv. dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Grundsatzkommission Mitbestimmung im dbb, am 9. Juni 2026 in Berlin klar. Angesichts wachsender Herausforderungen im öffentlichen Dienst forderte sie die Politik mit Nachdruck auf, die überfällige Weiterentwicklung endlich anzugehen.  Reformbedarf ist dringend – klare

Weiterlesen »

Pauschale Stelleneinsparungen zerstören Vertrauen

„Wir sehen es kritisch, wenn die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern einen starken Fokus auf Einsparungen und Personalabbau legen“, betonte dbb-Chef Volker Geyer am 9. Juni 2026 auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin. Zwar unterstütze der dbb ausdrücklich, dass der Staat leistungsfähiger, digitaler und handlungsfähiger werden müsse. „Aber die Staatsmodernisierung wird nur mit einem modernen

Weiterlesen »

dbb-Einschätzung zum Reform-Entwurf: „Befürchtungen übertroffen“

„Was in diesem Entwurf steht, ist klares Politikversagen“, stellte der stellv. dbb-Bundesvorsitzende Maik Wagner am 5. Juni 2026 klar. „Es wird fast ausschließlich zu Lasten von Pflegebedürftigen, An- und Zugehörigen sowie beim Pflegepersonal gespart. Damit trifft die Reform ausgerechnet diejenigen, die im aktuellen System ohnehin benachteiligt sind. So schafft man keine Akzeptanz in der Bevölkerung.“  Negativ fallen insbesondere

Weiterlesen »

Loading...