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Gewerkschaftstag des dbb 2017

Gewerkschaftstag 2017 von „dbb beamtenbund und tarifunion“ in Berlin unter dem Leitmotiv: … im Dienst der Menschen!
Unter dem #dbbGWT2017 findet man eine umfangreiche Berichterstattung in den Social Media Portalen Facebook und Twitter.
Wir waren dabei, beim Gewerkschaftstag 2017 in Berlin. Alle fünf Jahre lädt der Beamtenbund 1000 Delegierte und Gäste zum Gewerkschaftstag, dem höchsten Beschlussorgan unserer gewerkschaftlichen Dachorganisation. Die Veranstaltung fand im Hotel Estrel in Berlin Neu-Kölln statt und erstreckte sich vom 19.November an über drei volle Tage.
Einige Sprachsplitter, gewissermaßen Fundsachen aus dem dbb Gewerkschaftstag, vermitteln einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre vor Ort.
• Wir, die Jungend im dbb sind nur 10 Prozent, aber 100 Pozent Zukunft!
• Gute Stellungnahmen zu weniger guten Gesetzesvorschläge!
• Nicht in das politische Walhalla aufsteigen …
• Es nützt uns nicht, wenn wir mit wohlformulierten Worten im Lokal das Essen bestellen, aber der Kellner uns nicht hört und wir nicht satt werden!
• … am langen Ende … Lieblingsphrase von Friedrich Schäfer
• Der dbb die „Zivilgesellschaftliche Kraft“ … ein wichtiges Rad im Räderwerk der Demokratie!
• Wer heute am Personal spart, kann morgen die Herausforderungen der Zukunft nicht bewältigen!
• Wir sind nicht die Resterampe sondern das Fundament unserer Gesellschaft!
• Öffentliche Daseinvorsorge gehört nicht in die Hand von Privaten sondern in die öffentliche Hand.
• Das Pixibuch „… die kleine Lilli streikt …“
• Angemessene Wertschätzung des öffentlichen Dienstes erkämpfen!
• Der öffentliche Dienst wird sich durch die Digitalisierung verändern!

Wie bei einem Verein üblich, denn der dbb ist ein nicht (!) eingetragener Verein, gab der bisherige Vorstand einen Rechenschaftsbericht ab. Klaus Dauderstädt, der scheidende Vorsitzende, hat während seiner Amtszeit innerhalb und außerhalb des Verbandes großes Ansehen erworben und wurde mit minutenlangen stehendem Applaus geehrt. Als neuer Vorsitzender konnte sich Herr Ulrich Silberbach nur knapp gegen den Kollegen Ernst G. Walter behaupten; mit 330 zu 290 war das Ergebnis deutlich knapper als zuvor erwartet. Unter den zwei hauptamtlichen Stellvertretern ist ein Niedersachse. Mit Friedrich Schäfer geben wir unseren NBB Landesvorsitzenden nach Berlin ab. Alles hat seine zwei Seiten. Ein Niedersachse in Berlin kann nicht verkehrt sein, aber nun brauchen wir einen Nachfolger; die Suche im NBB Landesvorstand ist eröffnet. Erhard Geyer ist der zweite hauptamtliche Stellvertreter in der Bundesleitung, die noch aus weiteren sechs nebenamtlichen Stellvertretern besteht. Mit Jürgen Böhm, dem Bundesvorsitzenden des Verbandes Deutscher Realschullehrer und Kirsten Lühmann einer Niedersächsischen SPD Bundestagsabgeordneten mit Wahlkreis Celle, sind wir in der. Bundesleitung des dbb gut repräsentiert: https://www.dbb.de/der-dbb/organisation/dbb-gremien/bundesleitung.html

Neben den Formalien des Gewerkschaftstages, gab es eine öffentliche Veranstaltung mit der Bundespolitik und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der zurzeit auch Bundesratspräsident ist. Nach einer Eröffnungsrede von Ulrich Silberbach hatten die Berliner Politiker das Wort. Da zeitgleich eine Plenarsitzung des Deutschen Bundestages stattfand und wegen der aktuellen Ereignisse – der Abbruch der Jamaika-Sondierungen in Berlin nur einen Tag vorher – ließen sich die Chefs der Parteien durch Kolleginnen und Kollegen des Bundestages vertreten.
Doch vor den Politikern kamen „die Menschen für Menschen“ in Aktion. Ulrich Silberbach präsentierte das neue Video des dbb: „Menschen im Dienst der Menschen“. Ein virales Video über die ganz normalen Menschen im öffentlichen Dienst. Über 2000 Menschen wohnten dieser öffentlichen Präsentation des Videos bei und hatten zum großen Teil „Pippi in den Augen“????????????. Aber machen Sie sich selber ein Bild von der hohen emotionalen Wirkung dieses Imagefilms über uns!

Mit der geschäftsführend amtierenden Familien- und gleichzeitig Sozialministerin Dr. Katharina Barley wurde der Reigen aus Politik eröffnet. Sie ging insbesondere auf die Folgen der Digitalisierung für den öffentlichen Dienst ein. Die Bundesministerin betonte: „Die Digitalisierung führt zu Umstrukturierungen und einem tiefgreifenden Wandel in der künftigen Arbeitswelt. Die Aufgabe der Politik ist nun, dass digitale Arbeit auch gute Arbeit bleibt.“ In diesem Zusammenhang war ihr Hinweis, dass Sie gerade eine Dienstvereinbarung über maximal 70 Prozent flexible Arbeitszeit für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeschlossen habe, eine bemerkenswerte Information.

Die Bedeutung des öffentlichen Dienstes für die Gesellschaft betonte der Regierende Bürgermeister von Berlin und amtierende Bundesratspräsident Michael Müller. Notwendig sei ein neues Miteinander: „Die Bürger erwarten eine funktionierende Verwaltung. Die muss kein Kumpel sein, aber Nähe und Vertrauen sind heute unerlässlich. Die Bürger wollen mitentscheiden.“ Dafür müsste der öffentliche Dienst angemessen ausgestattet werden. Wich „Ich würde mir wünschen, dass die Vielfalt der Berufe im öffentlichen Dienst noch bekannter wird, und wir so viele junge und engagierte Menschen für eine Karriere bei uns begeistern können“, so Müller. Seine Aufforderung noch ein paar Tage zu bleiben und intensiv einzukaufen, um so mitzuhelfen, die immer noch 50 Milliarden Schulden von Berlin abzubauen, wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Gewerkschaftstages mit einem Schmunzeln goutiert.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Stephan Harbarth, überbrachte die Grüße der seiner Fraktion. Er warb für die Stärkung der Justiz und des Sicherheitsbereiches mit einem „Pakt für den Rechtsstaat“. Dessen Ziel solle es sein, dass Bund und Länder gemeinsam für verbindliche Standards bei Ausstattung und Bezahlung sorgen.
Nicola Beer, die Generalsekretärin der FDP hatte nach der gerade frisch durch die ihre Partei aufgekündigten Jamaika-Sondierung einen schweren Stand, den sie aber souverän meisterte. Sie wies darauf hin, dass die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit kein Witz sei, sondern in anderen Ländern als Garant für ein funktionierendes Gemeinwesen bewundert werde. „Verlässliche Rahmenbedingungen dafür liefert der öffentliche Dienst mit seinen Beschäftigten. Er trägt maßgeblich dazu bei, dass wir ein leistungsstarkes und lebenswertes Land sind“, so Beer. Die Verwaltung sei eine verlässliche Konstante, die es im demokratischen Grundverständnis auch ermögliche, Deutschland eine Phase der politischen Neuorientierung unbeschadet überstehen zu lassen.
Die Bundestagsvizepräsidentin und Linken-Politikerin Petra Pau warb für einen „starken, gut ausgestatteten öffentlichen Dienst, der seine Beschäftigten angemessen bezahlt“. Leider sei die Vergütung in vielen Bereichen zu niedrig, um den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber attraktiv zu machen. Zudem unterstütze sie die Kritik des dbb an der noch immer nicht verwirklichten Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West. „Wir leben im Jahr 28 der deutschen Einheit, und noch immer werden die Menschen im Osten schlechter bezahlt und müssen mehr und länger arbeiten als im Westen, um eine vergleichbare Rente zu bekommen. Die fortbestehende Teilung Deutschlands muss schnellst möglich beendet werden“, sagte Pau.
Beate Müller-Gemmeke, Bündnis 90/Die Grünen und Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte ihrer Fraktion, nannte den dbb einen „unverzichtbaren Partner“, der Verantwortung übernehme und die Interessen der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nicht nur im Beamten-, sondern auch Tarifbereich wirksam vertrete. „Grundlage dieser Sozialpartnerschaft ist die Koalitionsfreiheit“, machte Müller-Gemmeke deutlich, „das war bislang Konsens, der aber von der letzten Bundesregierung durch das Tarifeinheitsgesetz aufgekündigt wurde.“ Die damit vorgeblich angestrebte Kooperation und Solidarität zwischen den Gewerkschaften sei „aus unserer gemeinsamen Sicht jedoch mitnichten Aufgabe der Politik und lassen sich schon gar nicht durch ein Gesetz regeln“, sagte Müller-Gemmek

Den Abschluß des Gewerkschaftstages bildete ein Bunter Abend mit einer Tombola, den Hauptpreis -zwei E-Bikes im Wert von 5000€ -hat dabei ein Kollege vom VNL in Niedersachsen abgeräumt. Die ABBA Cover Band … war das musikalische Highlight des Abends. Helene Fischer, die gerüchteweise den Hauptakt des Abends darstellen sollte, hatte wohl doch keine Zeit, passte nicht zum dbb oder war einfach zu teuer ?!

Resümierend: Eine interessante Erfahrung, der Gewerkschaftstag des dbb – sollten Sie 2022 gefragt werden, ob Sie Niedersachsen oder Ihren Fachverband vertreten wollen, greifen Sie zu, fahren Sie nach Berlin, es lohnt sich.

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