Mann in Anzug vor Holz-Wand, spricht über Lifestyle-Teilzeit.

Zur Startseite

Geyer: „Ein Begriff wie Lifestyle-Teilzeit ist total daneben“

Mit Blick auf die jüngsten Diskussionen um das Recht auf Teilzeit sagte Geyer der Zeitung: „Die Beschäftigten in Deutschland sind sehr fleißig. Ein Begriff wie ‚Lifestyle-Teilzeit‘ ist deshalb total daneben, und wenn Politiker den Leuten sagen, ihr müsst noch mehr arbeiten und noch mehr arbeiten, dann verkennt das die Wirklichkeit in den Betrieben und Dienststellen. Wir erwarten einen wertschätzenden Umgang von der Politik und von den Arbeitgebern mit den Beschäftigten.“

Der dbb-Bundesvorsitzende zeigte sich außerdem zuversichtlich, dass die Bundesregierung bald einen Gesetzentwurf für eine verfassungskonforme Besoldung vorlegt: „Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zur Besoldung in Berlin müssen die neuen Parameter im Gesetzentwurf berücksichtig werden. Ich verlasse mich auf die Zusage des Bundesinnenministers.“ Kritik übte Geyer an den unsachlichen Debatten über die Versorgung: „Für die Pensionsverpflichtungen hätten Bund und Länder konsequent Rückstellungen bilden müssen. Sie sparen ja in der aktiven Phase auch enorme Summen. Das fordern wir seit Jahrzehnten, doch kaum jemand macht das.“

Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder, die am kommenden Mittwoch in Potsdam beginnt, bekräftigte Geyer erneut: „Für alle Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in den Ländern fordern wir sieben Prozent, mindestens 300 Euro monatlich mehr. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten ist die Forderung völlig berechtigt.“ In der Einkommensrunde gehe es auch um grundsätzliche Fragen: „Will man einen funktionierenden öffentlichen Dienst oder will man den nicht? Im Rahmen unserer Bürgerbefragung haben 73 Prozent gesagt, dass sie den Staat nicht mehr für handlungsfähig halten. Vor allem in der Bildung sehen die Menschen großen Handlungsbedarf, es fehlen weit über 100.000 Lehrerinnen und Lehrer.“

 

Datum: 9. Februar 2026
Autor: Torben

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

Einseitige Belastungen untergraben Vertrauen in die Politik

Aus Sicht des dbb drohen gravierende Einschnitte zulasten der Pflegebedürftigen, der Beschäftigten in der Pflege sowie vor allem der pflegenden Angehörigen. Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer warnte am 11. Juni 2026, dass die Reform ihre Zielsetzung verfehlt: „Dieser Gesetzentwurf ist alles andere als ausgewogen. Genau wie beim GKV-Sparpaket versucht man, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und

Weiterlesen »

Jetzt die Mitbestimmung konsequent weiterentwickeln

„Die Reform von 2021 war ein wichtiger erster Schritt. Doch sie ist bis heute unvollendet“, machte Milanie Kreutz, stellv. dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Grundsatzkommission Mitbestimmung im dbb, am 9. Juni 2026 in Berlin klar. Angesichts wachsender Herausforderungen im öffentlichen Dienst forderte sie die Politik mit Nachdruck auf, die überfällige Weiterentwicklung endlich anzugehen.  Reformbedarf ist dringend – klare

Weiterlesen »

Pauschale Stelleneinsparungen zerstören Vertrauen

„Wir sehen es kritisch, wenn die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern einen starken Fokus auf Einsparungen und Personalabbau legen“, betonte dbb-Chef Volker Geyer am 9. Juni 2026 auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin. Zwar unterstütze der dbb ausdrücklich, dass der Staat leistungsfähiger, digitaler und handlungsfähiger werden müsse. „Aber die Staatsmodernisierung wird nur mit einem modernen

Weiterlesen »

Loading...