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Geyer warnt vor steigendem Risiko für Arbeitsunfälle

„Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist eine soziale Errungenschaft, die den Druck vom Beschäftigten nimmt, aus finanziellen Gründen krank zur Arbeit zu gehen. Wer krank ist, ist krank – und hat nichts auf Arbeit zu suchen“, erklärte der stellvertretende Bundesvorsitzende und Fachvorstand Tarifpolitik Volker Geyer am 9. Januar 2025.  „Wer aus finanziellen Gründen krank zur Arbeit geht, gefährdet seine eigene Gesundheit und die seiner Kolleginnen und Kollegen. Nicht nur durch Ansteckungsgefahr, auch das Risiko für Arbeitsunfälle steigt enorm. Ganz zu schweigen, davon, dass natürlich auch die Produktivität der Beschäftigten leidet, wenn sie nicht fit sind.“

Bereits jetzt würde viele Beschäftigte krank zur Arbeit gehen. „Teils aus Angst um den Arbeitsplatz, teils aus falsch verstandenem Pflichtbewusstsein, weil sie die Arbeitsbelastung für ihre Kolleginnen und Kollegen nicht noch weiter da ist. Gerade das zweite Phänomen erleben wir im öffentlichen Dienst viel häufig, weil bekanntlich 570.000 Beschäftigte fehlen“, erklärte Geyer. „Die Einführung von ‚Karenztagen‘, also dem Einsetzen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall erst ab dem zweiten Krankheitstag, ist der komplett falsche Weg. Was wir brauchen ist einen bessere Prävention, ein besserer Arbeits- und Gesundheitsschutz. Hier sind die Arbeitgebenden in der Pflicht.“

Die angeblichen Höchststände bei den Krankheitstagen seien größtenteils Folge einer Statistikumstellung, erklärte Geyer: „Laut Bundesärztekammer und einer neuen Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit ist nicht häufiges Blaumachen der Grund, sondern es sind weit überwiegend die neue digitale Krankmeldung, mit der jetzt alle Erkrankungstage erfasst werden. Auch verstärkte Infektionen mit Erkältungskrankheiten nach der Corona-Pandemie spielen eine Rolle. Darüber hinaus zeigen Zahlen der OECD im internationalen Vergleich weder einen besonderen Anstieg, noch eine deutlich höhere Zahl von Krankheitstagen in Deutschland. Folge eines Karenztages wäre darüber hinaus, dass die ohnehin schon überlasteten Praxen der Hausärztinnen und Hausärzte noch stärker in Anspruch genommen werden. Auch die Kosten der Krankenkassen würden steigen.“

Datum: 9. Januar 2025
Autor: Torben

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