Zur Startseite

Krankenhausreform: Finanzierung nimmt Gestalt an

„Wir sind froh, dass sich die ehemaligen Koalitionäre in Sachen Krankenhausreform noch einmal zusammengerauft haben und mit dem Transformationsfond die Finanzierung des Vorhabens ins Rollen bringen“, sagte Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb, am 22. Januar 2025. Dies bringt der dbb auch in seiner Stellungnahme zur Krankenhaustransformationsfondsverordnung zum Ausdruck. „Es ist davon auszugehen, dass noch in diesem Jahr erste Förderanträge gestellt werden können.“

Die Bundesregierung hat in einer Verordnung konkretisiert, wofür es Förderungen geben soll. Unter anderem für Maßnahmen, welche die Personalsituation verbessern. „Die Schaffung zusätzlicher Ausbildungskapazitäten hat für uns aus gewerkschaftlicher Sicht ohnehin oberste Priorität, denn Mindestpersonalquoten und bessere Arbeitsbedingungen lassen sich nicht ohne zusätzliches Personal erreichen. Insofern grünes Licht von uns für diese Förderung“, so der dbb Chef. Auch Investitionen in Robotik und Telemedizin seien zukunftsweisend und damit begrüßenswert. „So gewährleisten wir, dass Spezialistinnen und Spezialisten an allen entsprechend ausgestatteten Standorten verfügbar sind. Das verbessert die Versorgungsqualität.“

dbb fordert Steuerfinanzierung

Kritisch sieht der dbb die Finanzierung des Fonds: 25 von insgesamt 50 Milliarden Euro sollen über die nächsten zehn Jahre aus dem Gesundheitsfonds und damit aus Beitragsmitteln der gesetzlich Versicherten erfolgen. Silberbach: „Die Beiträge für die GKV und PKV sind zum Jahreswechsel bereits gestiegen. Wohin sollen die ganzen Zusatzbelastungen noch führen? Was wir brauchen, ist einen stärkeren Fokus auf die Steuerfinanzierung. Dann wäre auch die Diskussion um eine Beteiligung der privaten Krankenversicherungsunternehmen am Transformationsfonds unnötig.“ Derzeit ist lediglich eine PKV-Beteiligung auf freiwilliger Basis vorgesehen.

Unabhängig von der Finanzierung des Transformationsfonds steht der dbb hinter der Krankenhausreform, sieht aber Risiken für den Sicherstellungsauftrag in ländlichen Regionen. Hier gelte es, engmaschig zu evaluieren und Fehlentwicklungen bei Klinikfusionen frühzeitig zu erkennen. Silberbach: „Wir brauchen eine klug durchdachte Reform der Kranken- und Pflegeversicherung, die Leistungen und Finanzen sicherstellt. Kurzgedachte, populistische Ideen wie eine vermeintlich solidarische Bürgerversicherung wird es mit dem dbb nicht geben.“

Datum: 22. Januar 2025
Autor: Torben

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

„Deutschlands Stärke: unser öffentlicher Dienst“

„Der öffentliche Dienst steht immer wieder in der Kritik. Insbesondere die Angriffe auf das Berufsbeamtentum nehmen zu. Was dabei zu oft aus dem Blick gerät: Unsere Kolleginnen und Kollegen sorgen dafür, dass dieses Land rund um die Uhr funktioniert. Sie sorgen für Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Steuergerechtigkeit, Umwelt- und Verbraucherschutz und vieles mehr. Sie sind für erfolgreiches Wirtschaften

Weiterlesen »

„In einer Welt voller Krisen wollen die Menschen einen Staat, der funktioniert und sie schützt“

Mit Blick auf die Debatte über angebliche Privilegien des Berufsbeamtentums stellt der dbb-Bundesvorsitzende erneut klar: „Man spricht immer nur über die Vorteile und nie über die Pflichten und den Wert des Berufsbeamtentums für unser Land, die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft. Beamte dürfen nicht streiken, sind leichter zu versetzen und sie haben einen Eid auf die

Weiterlesen »

Geyer: Der Staat lebt von Vertrauen

 „Vertrauen ist das Kapital, von dem der Staat lebt“, sagte Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb, auf dem Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft (BTB) am 12. Juni 2026 in Erfurt. „Deshalb ist es fatal, wenn 73 Prozent der Bevölkerung den Staat für überfordert halten. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren und müssen mit aller Kraft gegensteuern,

Weiterlesen »

Loading...