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Leih-Tablets: Ankündigung geplatzt – Berufsbildende Schulen wieder außen vor

Nach zwei Tagen öffentlicher Debatte steht die Landesregierung vor einem Scherbenhaufen. Die vollmundige Ankündigung des neuen Ministerpräsidenten, ab 2026 allen Schülerinnen und Schülern Tablets zur Verfügung zu stellen, ist bereits wieder einkassiert. Das Kultusministerium spricht plötzlich von einem „hoch ambitionierten Zeitplan“ und verweist auf ungeklärte Fragen zur Finanzierung. Die Staatskanzlei gibt sogar zu, man sei in der Kommunikation „sportlicher unterwegs gewesen als die Fachministerien“. Deutlicher kann ein Koordinationsproblem kaum ausfallen.

Für die berufsbildenden Schulen ist das nicht nur ein kommunikativer Rückschritt – es ist ein weiteres Signal dafür, dass sie bei bildungspolitischen Entscheidungen regelmäßig vergessen werden. Das Leih-Tablet-Programm soll offenbar (wieder einmal) ausschließlich für allgemeinbildende Schulen gelten. Der VLWN stellt klar:

Bildungsgerechtigkeit darf
nicht an der Schulform enden.

Berufsbildende Schulen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung in Niedersachsen. Gerade viele Vollzeitschüler und-schülerinnen an den BBS kommen aus sozioökonomisch herausfordernden Lebenslagen und sind auf digitale Teilhabe angewiesen. Die berufliche Bildung braucht keine Sonderbehandlung – sondern endlich Gleichbehandlung.

Deshalb fordern wir:
• die sofortige Ausweitung des Leih-Tablet-Programms auf die Berufsbildenden Schulen,
• eine dynamische Reinvestition der Geräte in regelmäßigen Zyklen,
• einen gesicherten technischen Support, der nicht zulasten der Lehrkräfte geht,
• und ein durchdachtes Gesamtkonzept, das auf eine permanente Fortbildungskultur setzt statt punktueller Einführungsseminare.

Ein Tablet allein macht noch keinen digitalen Unterricht. Es braucht klare Konzepte, moderne Infrastruktur und pädagogisch qualifiziertes Personal. Und vor allem: eine Landesregierung, die mit klarer Linie und abgestimmter Planung handelt.

 

Datum: 11. Juni 2025
Autor: @buero

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