Diagramm zeigt, dass nur 11 % den Staat als krisenfest ansehen.

Nur elf Prozent halten den Staat noch für krisenfest

Schlechte Noten verteilten die Umfrageteilnehmenden der Krisenresilienz des Staates: 40 Prozent schätzen das staatliche Krisenmanagement als schlecht bis sehr schlecht ein, rund 50 Prozent bewerten es als mittelmäßig. Nur etwa elf Prozent halten den Staat für krisenfest und gaben die Noten gut oder sehr gut (< 1 Prozent). Als am verwundbarsten gilt dabei die staatliche Infrastruktur in den Bereichen Energieversorgung (40 Prozent), IT-Sicherheit (19 Prozent) und Landesverteidigung (15 Prozent).

Auf die Frage nach den drängendsten Herausforderungen für den Staat wurden vorrangig die Bewältigung der Klima- und Energiekrise sowie die Eindämmung der Inflation und der explodierenden Lebenshaltungskosten genannt. Auf den öffentlichen Dienst bezogen führten Digitalisierung und Fachkräftemangel die Liste der größten Herausforderungen an.

Einen vernunftgeleiteten, konsensbasierten und lösungsorientierten Politikstil halten die Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer für das beste Rezept, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat zu verbessern. Sie wünschen sich vor allem mehr Transparenz und nachvollziehbare politische Entscheidungen, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren und die Solidargemeinschaft fördern. Konkret benannt wurden Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise sowie eine sozialgerechte Finanz- und Steuerpolitik, die vor allem Geringverdienende und Beziehende von mittleren Einkommen entlastet.

Ein starker, handlungsfähiger Verwaltungsapparat, der personell gut ausgestattet ist, sowie bürokratisch schlanke Arbeitsabläufe und digitale Zugänglichkeit von staatlichen Dienstleistungen tragen den Umfrageergebnissen zufolge maßgeblich zur Vertrauensbildung in staatliches Handeln bei.

Auf die Frage, wie der öffentliche Dienst als Dienst- und Arbeitgebender attraktiver werden können, nannte ein Drittel der Befragten leistungsgerechte Bezahlung (30 Prozent). Auf Rang zwei landeten mobile und flexible Arbeitsmöglichkeiten (16 Prozent), dicht gefolgt von durchlässigen Laufbahnen (13 Prozent), Bürokratieabbau (12 Prozent) und vereinbarkeitsfreundlichen Arbeitsbedingungen (10 Prozent).

Gefragt wurde zudem nach den persönlichen Herausforderungen im Berufsalltag. Besonders oft genannt wurden hier Aufgabenflut und mangelndes Führungsverhalten. Aber auch der Fachkräftemangel, ein hoher Krankenstand und starre Strukturen machen den an der Umfrage teilnehmenden Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Arbeitsleben aktuell sehr zu schaffen.

Hintergrund

Der dbb Gewerkschaftstag mit insgesamt rund 900 Delegierten ist das höchste Beschlussgremium des gewerkschaftlichen Dachverbands dbb beamtenbund und tarifunion, in dem mehr als 1,3 Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und der privatisierten Bereiche – Beamtinnen, Beamte und Arbeitnehmende – in 41 Fachgewerkschaften und 16 Landesbünden organisiert sind. Der Gewerkschaftstag tritt alle fünf Jahre zusammen, wählt die neue dbb Bundesleitung und beschließt die künftigen Leitlinien für die politische Arbeit. In diesem Jahr tagt das Gremium vom 27. – 30. November 2022 in Berlin.

Datum: 27. November 2022

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