Überfüllte Aktenordner und Papierstapel im Büro, symbolisieren Bürokratie im öffentlichen Dienst.

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Öffentlicher Dienst: Beschäftigte fühlen sich von Bürokratie ausgebremst

„Die Unzufriedenheit in weiten Teilen des öffentlichen Dienstes ist ein Warnsignal, das Politik nicht länger überhören darf“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Volker Geyer. „Die Kolleginnen und Kollegen erleben Tag für Tag, dass sie trotz hoher Verantwortung und großem Engagement in zu engen Strukturen arbeiten. Wer Motivation und Leistungsfähigkeit sichern will, muss endlich für mehr Wertschätzung, Beteiligung und Gestaltungsmöglichkeiten sorgen. Dafür setzen wir uns als dbb mit Nachdruck ein.“

Das „Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025“, an dem über 2.800 Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes teilgenommen haben, zeichnet ein deutliches Bild der aktuellen Stimmungslage. Basis der Untersuchung ist der sogenannte Net Promoter Score (NPS), der auf einer Skala von -100 bis +100 misst, wie positiv oder negativ die Befragten ihre Situation bewerten. Negative Werte stehen für Unzufriedenheit oder Ablehnung, positive Werte für Zustimmung. Die Ergebnisse zeigen: Die allgemeine Arbeitszufriedenheit liegt sowohl bei Fachkräften (NPS -37) als auch bei Führungskräften (-26) im negativen Bereich, der Wert zur wahrgenommenen Wertschätzung fällt sogar noch schlechter aus (-49 bei den Fach- und bei -39 bei den Führungskräften). Gleichzeitig zeigen die Befragten hohe Veränderungsbereitschaft und ein starkes Interesse an Weiterbildung (NPS +54). Geyer: „Das belegt: Der Wille zur Modernisierung ist vorhanden – aber die Rahmenbedingungen und Strukturen stimmen oft nicht.“

Besonders kritisch fällt die Einschätzung zur digitalen Unterstützung durch die Dienststellen aus: Mit einem NPS von -67 fühlen sich viele Beschäftigte nicht ausreichend auf den digitalen Wandel vorbereitet, bei der Generation Z liegt der Wert sogar noch niedriger. Hinzu kommen bürokratische Hürden, lange Entscheidungswege und fehlende Ressourcen, die Reformen im öffentlichen Dienst ausbremsen. Themen wie Fachkräftemangel, schleppende Digitalisierung und mangelnde Beteiligung stehen an der Spitze der größten Herausforderungen. Gleichzeitig zeigt das Barometer aber auch Potenziale: Viele Beschäftigte möchten Verantwortung übernehmen und ihre Arbeit aktiv mitgestalten – wenn sie dafür Zeit, Unterstützung und Freiraum bekommen. „Die Beschäftigten haben längst gezeigt, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, betonte der dbb-Chef. „Jetzt muss Politik die Voraussetzungen schaffen, damit sie es auch können – durch weniger Bürokratie, mehr Gestaltungsspielräume und gezielte Investitionen in Weiterbildung und Digitalisierung.“

Veranstaltungshinweis: Um die Ergebnisse des „Fach- und Führungskräfte-Barometers“ einzuordnen, lädt die dbb akademie am 18. November 2025 zum 4. Online-Expertenforum ein. Es sprechen: Professor Arne Schönbohm, Präsident der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung (BAköV); Simone Fleischmann, Stellvertretende Bundesvorsitzende des dbb und Vorsitzende der dbb akademie; Dr. Linda Amalou-Döpke, Abteilungsleiterin People Analytics und Personalentwicklung bei den Stadtwerken Düsseldorf; Andreas Leinhaas, Leiter des Personal- und Organisationsamtes der Bundesstadt Bonn. Die Fachleute erörtern aus unterschiedlichen Perspektiven, wie der öffentliche Dienst die Ergebnisse des Barometers in konkrete Veränderung übersetzen kann. Das Expertenforum bietet praxisnahe Impulse für moderne Führung, Motivation und erfolgreiche Veränderungsprozesse im öffentlichen Dienst. Interessierte können sich unter https://barometer.dbbakademie.de/expertenforum anmelden.

Datum: 14. November 2025
Autor: Torben

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