Sozial- und Erziehungsdienst: Es drohen schwere gesellschaftliche Verwerfungen

„Es drohen schwere gesellschaftliche Verwerfungen, wenn die kommunalen Arbeitgebenden weiter mauern. Wir brauchen ein klares Signal, dass sie überhaupt ernsthaft an einer Lösung interessiert sind“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 21. März 2022 kurz vor der Fortsetzung der Gespräche. Die dritte und letzte Runde der Verhandlungen sei erst für den 16. und 17. Mai angesetzt. „Falls wieder keine handfesten Fortschritte erzielt werden, stehen uns schwere Wochen mit einem für alle Beteiligten mühsamen Arbeitskampf bevor.“

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) müsse endlich ihrer Verantwortung gerecht werden – für die Beschäftigten, die betroffenen Familien und nicht zuletzt das ganze Land. „Wir haben während der Corona-Pandemie verantwortungsbewusst gehandelt und die Verhandlungen um fast zwei Jahre verschoben, obwohl die Aufwertung des Berufsfeldes angesichts des Personalmangels mehr als überfällig ist. Jetzt sind Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Erzieherinnen und Erzieher erneut enorm gefordert, um die Geflüchteten aus der Ukraine zu betreuen. Die VKA darf die Kolleginnen und Kollegen in dieser Situation nicht in einen Arbeitskampf zwingen“, stellte der dbb Chef klar.

Gerade die Beschäftigten in Care-Berufen würden ohnehin bei jedem Streik vor einem Gewissenskonflikt stehen, weil sie sich den ihnen anvertrauten Menschen verpflichtet fühlen und gleichzeitig ihre eigenen berechtigten Interessen durchsetzen müssen. Silberbach: „Deshalb ist mehr denn je ein schneller und sachgerechter Tarifabschluss gefragt – mit klaren Perspektiven für die Kolleginnen und Kollegen im Job sowie für die dringend benötigten zusätzlichen Nachwuchs- und Fachkräfte.“

Der dbb fordert etwa eine bessere Bezahlung durch höhere Eingruppierungen in den entsprechenden Entgelttabellen. Außerdem soll inhaltlich bessere Arbeit ermöglicht werden, beispielsweise durch die Ausdehnung von Vor- und Nachbereitungszeiten sowie durch einen Anspruch der Beschäftigten auf regelmäßige Qualifizierung.

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