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Verhältnis zum Staat: Vertrauen sinkt, Ansprüche steigen

Laut dem „eGovernment Monitor 2025“ vertrauen nur noch 33 Prozent der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit des Staates. Gleichzeitig erwarten 66 Prozent, dass sie die Leistungen der Verwaltung genauso einfach und bequem online in Anspruch nehmen können wie die von Privatunternehmen. „Die Studienergebnisse zur Leistungsfähigkeit des Staates und zum Vertrauen in den Staat aus sind sehr besorgniserregend und decken sich mit den Ergebnissen unserer aktuellen dbb Bürgerbefragung. Wir brauchen jetzt in vielen Bereichen und insbesondere bei der Digitalisierung der Verwaltung eine wirkliche Trendwende. Vom neuen Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung erwarten wir substanzielle Verbesserungen, die die Menschen spürbar erreichen und speziell die Kommunen entlasten“, sagte dbb-Chef Volker Geyer. 

Mehr als die Hälfte der Befragten zweifelt an der Modernität des Staates, weil digitale Angebote fehlen. Nur 15 Prozent sehen ihre Erwartungen an eine moderne digitale Verwaltung aktuell erfüllt. „Die Gründe für den Vertrauensverlust in den Staat sind vielfältig, aber ein ganz entscheidender Faktor ist, dass Deutschland bei der Digitalisierung der Verwaltung immer noch große Defizite hat. Vertrauen gewinnen wir nur mit einer leistungsfähigen, digitalen Verwaltung zurück“, so der dbb Bundesvorsitzende. Denn gleichzeitig steigt die Erwartung in der Bevölkerung an den Staat: 64 Prozent erwarten, dass der Staat sie besser über seine digitalen Angebote informiert, und 65 Prozent, dass der Staat neue Technologien gezielt für eine höhere Effizienz der Verwaltung einsetzt. Geyer: „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass der Staat neue Technologien wie KI-Anwendungen nutzt, um effizienter zu arbeiten. Die Wirtschaft ist hier in vielen Bereichen schon viel weiter – die Verwaltung droht, den Anschluss zu verlieren. KI bietet erhebliche Potenziale, um die Mitarbeitenden in der Verwaltung zu entlasten und den Service für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.“

Die Studienergebnisse zeigen zudem deutlich, dass es nicht ausreicht, staatliche Dienstleistungen lediglich online anzubieten. „Fortschritte werden wir nur erzielen, wenn der Staat seine digitalen Angebote im Rahmen einer Kommunikationskampagne aktiv bewirbt. Digitale Angebote bringen nichts, wenn sie weder bekannt noch schnell auffindbar sind und deswegen am Ende gar nicht von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden“, so der dbb-Chef. 

 

Hintergrund:

Der eGovernment MONITOR erscheint jährlich seit 2010 und beleuchtet, ob und inwieweit die digitale Transformation bei den Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ankommt. Es handelt sich hierbei um eine repräsentative Studie der Initiative D21 e. V. und der Technischen Universität München, durchgeführt von Kantar. Der dbb ist Studienpartner vom eGovernment Monitor.

Datum: 22. September 2025
Autor: Torben

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