Vielfalt im öffentlichen Dienst: Ein Mann nutzt ein Tablet in einem modernen Büro.

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Vielfalt im öffentlichen Dienst stärken

„Lediglich 12 Prozent der Beschäftigten der Bundesverwaltung haben einen Migrationshintergrund und dieser Personenkreis ist zudem überdurchschnittlich häufig in befristeten Beschäftigungsverhältnissen tätig”, sagte Silberbach bei der Jahrestagung der „Initiative kulturelle Integration“ am 8. Juni 2021 in Berlin. Obschon die Einstellung im öffentlichen Dienst auf Grundlage entsprechender Eignung und Befähigung erfolgen müsse und daher pauschale Quoten abzulehnen seien, „müssen wir die Sichtbarkeit von Personen mit Zuwanderungsgeschichte im öffentlichen Dienst deutlich erhöhen“, sagte der dbb Bundesvorsitzende. „Der öffentliche Dienst sollte die veränderte, vielfältigere Gesellschaft abbilden. Dementsprechend muss der Arbeitgeber Staat die Interkulturalität der Verwaltungen und Behörden stärken, bei den Menschen mit Migrationsgeschichte ein Interesse am Staatsdienst wecken und Hemmnisse bei Einstellung und Karriere abbauen. Das ist eine dauerhafte Aufgabe.“ Als konkrete Maßnahmen nannte der dbb Chef veränderte Recruitment-Instrumente wie anonymisierte Bewerbungen, gezielte Personalentwicklungskonzepte sowie ein behördenspezifisches Diversitätsmanagement. Den Schulen komme die wichtige Aufgabe zu, über den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber und vielfältige Perspektiven zu informieren.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung untermauerte Silberbach die Bedeutung verstärkter Personalgewinnung für den öffentlichen Dienst: „In den nächsten Jahren werden 37 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den Ruhestand gehen – wie wollen wir diese Lücke schließen? Gerade die Herausforderungen der jüngsten Vergangenheit – Flüchtlingskrise, Finanzkrise, Corona-Pandemie – haben gezeigt, was es bedeutet, wenn die Personaldecke des Staats in vielen Bereichen auf Kante genäht ist. Um für die Zukunft gewappnet zu sein und eine breite Akzeptanz für staatliches Handeln in der Gesellschaft zu erreichen, brauchen wir einen modernen, flexiblen und vielfältigen öffentlichen Dienst, mit einer aufgabengerechten Personalausstattung. Denn es ist der öffentliche Dienst, der mit all seinen Bereichen einen wesentlichen Anteil am Zusammenhalt unserer Gesellschaft und Funktionieren unseres Staates trägt.”

Die überparteiliche Initiative kulturelle Integration, gegründet 2016, befasst sich mit der Frage, welchen Beitrag Kultur zur Integration leisten kann – zur Integration der Menschen, die nach Deutschland kommen, aber auch derjenigen, die bereits in Deutschland leben. Die Initiatoren und Mitglieder, darunter auch der dbb beamtenbund und tarifunion, haben, unter Moderation des Deutschen Kulturrates, 15 Thesen zu kultureller Integration und Zusammenhalt formuliert.

Mehr Infos dazu bietet das Internetprotal der Initiative kulturelle Integration, ebenso wie Einblicke in die Vielfältigkeit kultureller Integration, in die Vielzahl der Akteure, Fördermöglichkeiten und Veranstaltungen.

Datum: 8. Juni 2021

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