Stethoskop und Münzstapel symbolisieren stabile Krankenkassenfinanzierung.

Zur Startseite

Gesetzliche Krankenkassen: Finanzierung soll stabilisiert werden

Ein entsprechender Gesetzentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) sieht ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, um die Sonderbelastungen durch Corona abzufedern. „Die GKV jetzt zu stabilisieren ist unumgänglich. Wir hätten uns allerdings endlich ein nachhaltiges Konzept gewünscht, das stärker auf Prävention setzt. So werden einmal mehr nur Löcher in der Finanzierung gestopft“, so der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach anlässlich der Verbändeanhörung am 13. Juli 2022.

Grundsätzlich richtig sei aber der mit dem Gesetzentwurf verfolgte Ansatz, die Kosten durch die Corona-Pandemie solidarisch auf möglichst viele Schultern zu verteilen, erklärte der dbb Chef. Daher trage man auch die Erhöhung des Bundeszuschusses an die GKV sowie die Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages für die Versicherten mit, obwohl „gerade in Zeiten hoher Inflationsraten so eine Steigerung der Sozialabgaben und Lohnnebenkosten viele Leute hart trifft“. Darüber hinaus fordere der dbb daher eine Absenkung der Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel, um das System insgesamt zu entlasten.

„Dass bei der Finanzierung der Corona-Lasten auch die Pharmaindustrie mit ins Boot geholt werden soll, begrüßen wir ausdrücklich. Wir fordern das seit Jahren, denn gerade bei den Hochpreisarzneien gibt es Einsparpotenzial“, betonte Silberbach. „Die jetzt geplanten Regelungen, wie beispielsweise ein Solidarbeitrag in Höhe von einer Milliarde Euro, müssen allerdings auch vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit betrachtet werden. Ohne die Arzneimittelhersteller schützen zu wollen: Wir müssen uns fragen, ob solche Zusatzbelastungen die Unternehmen nicht eher animieren, weitere Teile der Produktion in Drittstaaten zu verlagern. Das eigentliche Ziel, im Bereich der Arzneimittel und Medizinprodukte unabhängiger von Importen zu werden, könnte dadurch gefährdet werden.“

Datum: 13. Juli 2022

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

Öffentlicher Dienst: Weg vom „Überforderungssystem“

„Viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst arbeiten am Limit. Aufgaben werden immer mehr und komplexer, die Fallzahlen steigen, die Anforderungen nehmen zu. Der Fachkräftemangel verstärkt diese Überlastung zusätzlich“, kritisierte der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer am 29. Mai 2026 auf dem Gewerkschaftstag der vbba Gewerkschaft Arbeit und Soziales. Die Beschäftigten – aber auch die Bürgerinnen und Bürger – erleben täglich,

Weiterlesen »

Auf dem Weg zur Europaschule – warum sich der Einstieg lohnt

Als die Berufsbildenden Schulen Burgdorf sich in diesem Schuljahr auf den Weg zur Zertifizierung als „Europaschule in Niedersachsen“ gemacht haben, war eines schnell klar: Es ging nicht darum, für den Antrag etwas völlig Neues zu „erfinden“. Vielmehr stellte sich heraus, dass bereits zahlreiche Aktivitäten mit europäischem Bezug existierten – von Auslandspraktika über internationale Kontakte bis hin zu

Weiterlesen »

Nur dank euch und dem dbb niedersachsen: Niedersachsen plant amtsangemessene Alimentation

Die niedersächsische Landesregierung steht vor einer wichtigen Entscheidung: Noch in diesem Herbst will Finanzminister Gerald Heere ein neues Modell für die künftige Beamtenbesoldung vorlegen. Hintergrund sind die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation sowie ein für 2027 erwartetes Urteil zur niedersächsischen Besoldung. Dabei können auch Nachzahlungen in erheblicher Höhe auf das Land zukommen. Wohl dem, der regelmäßig Widerspruch eingereicht hat! Einmal mehr zeigt

Weiterlesen »

Loading...