Diskussion zur Novellierung des Laufbahnrechts bei einer Fachveranstaltung.

Novellierung des Laufbahnrechts: Weiterer Handlungsbedarf

Am 13. November 2024 fand im Bundesinnenministerium (BMI) eine Anhörung zur geplanten Novellierung der Bundeslaufbahnverordnung (BLV) statt. Für den dbb nahm der Zweite Vorsitzende Waldemar Dombrowski teil.

Eine Novelle der BLV war unter anderem notwendig geworden, um Vorgaben der Rechtsprechung umzusetzen. Der Bund will darüber hinaus eine weitere Flexibilisierung des Laufbahnrechts erreichen, insbesondere die Absenkung der Voraussetzungen für den Zugang zum berufspraktischen Aufstiegsverfahren „fachspezifische Qualifizierung“. In den Laufbahnen des technischen gehobenen Verwaltungsdienstes sowie des naturwissenschaftlichen gehobenen Dienstes soll ein Sonderzugang für Personen mit den beruflichen Fortbildungsabschlüssen „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ geschaffen werden, wenn zusätzliche Zeiten adäquater beruflicher Erfahrung vorliegen.

Dombrowski betonte vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des wachsenden Fachkräftemangels, dass der Bund durch die Weiterentwicklung und Modernisierung des Laufbahnrechts für Fachkräfte als attraktiver, zukunftssicherer und vielseitiger Dienstherr wahrgenommen werden müsse. Dabei hob er allerdings deutlich hervor: „Die Beachtung der Grundsätze Eignung, Leistung und Befähigung muss uneingeschränkt erhalten bleiben. Insofern erteilten wir etwa den geplanten Einschränkungen bei der Stellenausschreibungspflicht eine klare Absage. Insbesondere die beabsichtigte Abkehr von den bislang abschließend formulierten Ausnahmen beinhaltet faktisch einen Freifahrtschein, der das verfassungsmäßig verankerte Gebot der öffentlichen Ausschreibungspflicht regelrecht konterkariert.“ Zudem merkte der dbb Vize an, dass mit der geplanten Novelle nur wenig Verbesserungen für das Bestandspersonal verbunden seien: „Da gibt es weiter Handlungsbedarf. Wir fordern beispielsweise eine bessere Durchlässigkeit der einzelnen Laufbahngruppen.“

Begleitet wurde Dombrowski von Vertretern der Fachgewerkschaften im dbb: Imke von Bornstaedt-Küpper (Verband der Beamten und Beschäftigten der Bundeswehr VBB) und Thomas Liebel (Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ).

Datum: 14. November 2024

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

Geyer begrüßt Fortschritte bei der Staatsmodernisierung

„Die Dienstleistungen der Verwaltung müssen einfach und unkompliziert funktionieren, das erwarten die Bürgerinnen und Bürger, aber nicht zuletzt auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes“, sagte Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb, bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der AG Staatsmodernisierung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus, MdB, am 26. Juni 2026 in Berlin. Bereits am Vortag hatte sich die Ministerpräsidentenkonferenz

Weiterlesen »

Geyer: öffentlichen Dienst endlich nachhaltig stärken

Täglich müssen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes Anfeindungen, Beleidigungen und schlimmstenfalls Gewalt erdulden. „Wir erleben eine Verrohung des Umgangs und immer mehr Angriffe auf Menschen, die sich für unsere Demokratie und unseren Staat einsetzen“, sagte Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb, auf dem Thüringer Abend des tbb beamtenbund und tarifunion thüringen in Erfurt am 25. Juni 2026. „Man kann

Weiterlesen »

Gemeinsam den Rechtsstaat stärken

„Für die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaates in Deutschland ist eine aufgabengerechte Personalausstattung in allen Bereichen der Justiz dringend erforderlich“, machte der stv. dbb-Bundesvorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik des dbb, Heini Schmitt, in dem Gespräch am 25. Juni 2026 deutlich. „Die Politik muss den Rechtsstaat stärken. Schließlich ist er das Rückgrat unserer Demokratie.“ Der Austausch fand gemeinsam mit Vertretern der

Weiterlesen »

Loading...