Gemeinsam den Rechtsstaat stärken

„Für die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaates in Deutschland ist eine aufgabengerechte Personalausstattung in allen Bereichen der Justiz dringend erforderlich“, machte der stv. dbb-Bundesvorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik des dbb, Heini Schmitt, in dem Gespräch am 25. Juni 2026 deutlich. „Die Politik muss den Rechtsstaat stärken. Schließlich ist er das Rückgrat unserer Demokratie.“ Der Austausch fand gemeinsam mit Vertretern der dbb-Justizgewerkschaften und der stv. Vorsitzenden des DRB, Heike Kremer, in Berlin statt. „Der Rechtsstaat besteht aus vielen Zahnrädern, die ineinandergreifen müssen, damit er gut funktioniert. Darum ist es so wichtig, sich aufeinander abzustimmen.“

Vor allem die Zuweisung einzelner Aufgabenfelder an die unterschiedlichen Justizberufe wurde breit diskutiert. Das liege im Interesse einer insgesamt effizienteren Erledigung, aber auch, um die Attraktivität der Berufe für Bestandskolleginnen und -kollegen sowie für den Nachwuchs zu steigern.

Schmitt unterstrich, dass der Pakt für den Rechtsstaat auch weiterhin oberste Priorität für eine zukunftsfähige Justiz habe. Der dbb und seine Justizgewerkschaften begrüßen, dass die Justizministerkonferenz in ihrer jüngsten Sitzung im Juni 2026 die Bedeutung des Paktes für den Rechtsstaat wiederholt hervorgehoben haben. „Nun müssen Taten folgen“, so der dbb-Vize. Die aktuellen Verhandlungen zur Fortführung des Paktes für den Rechtsstaat müssen zeitnah fortgesetzt und vor allem zum Abschluss gebracht werden. „Eine gut aufgestellte und digitalisierte Justiz ist gerade in Zeiten, die auch durch gesellschaftliche Verunsicherung geprägt ist, unerlässlich.“

Nachwuchs gewinnen, Gewalt bekämpfen

Die Dienstherren müssten weitere Anstrengungen unternehmen, um junge Menschen für eine Karriere in einem der zahlreichen Justizberufe zu interessieren. Der dbb und seine Justizgewerkschaften fordern dringend, die Rechtsstaatskampagne der Länder zur Förderung der Nachwuchsgewinnung fortzusetzen. „Die Durchlässigkeit von Laufbahnen, anhaltend motivierende Aufgabenfelder und einfachere Wechselmöglichkeiten in andere Bereiche werden künftig eine zentrale Bedeutung für das Funktionieren des Rechtsstaates haben.“, so Schmitt.

Schmitt mahnte wiederholt verstärkte Bemühungen im Umgang mit der Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an. „Wir erfahren in unserer gewerkschaftlichen Arbeit zunehmend, dass Kolleginnen und Kollegen, die wichtige Aufgaben für das Funktionieren unseres Gemeinwohls übernehmen, regelmäßig Anfeindungen oder Bedrohungen ausgesetzt sind.“

 

Foto von Pavel Danilyuk von Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/statue-skulptur-antiquitat-antik-8112201/

Datum: 25. Juni 2026
Autor: Torben

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

KI – die Chance, unsere Lehrkräfte zu entlasten

VLWN fordert niedersächsische KI-Offensive für berufliche Schulen Künstliche Intelligenz ist längst in der schulischen Realität angekommen. Sie schreibt Elternbriefe, strukturiert Unterrichtsmaterial, übersetzt Texte in einfache Sprache, unterstützt bei der Vorbereitung von Gesprächen und kann bei wiederkehrenden Verwaltungsaufgaben wertvolle Zeit sparen. Dass Nordrhein-Westfalen nun KI-Assistenten für Lehrkräfte und Schulleitungen bereitstellt, ist deshalb ein wichtiges Signal. Aus Sicht des

Weiterlesen »

Besoldung: Bundesregierung muss sich an Recht und Gesetz halten

Dem dbb wurde mitgeteilt, dass sich das Bundeskabinett vor der parlamentarischen Sommerpause nicht mehr mit dem Gesetzentwurf zur amtsangemessenen Alimentation befassen werde. „Diese erneute Verzögerung ohne jede inhaltliche Begründung ist nicht zu rechtfertigen. Die Bundesregierung würde damit die wiederholten, eindeutigen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts weiter ignorieren“, sagte der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer am 8. Juli 2026 in Berlin. Seit dem

Weiterlesen »

Firmenfitness – Aktueller Stand

Anfang Juni teilten die Regionalen Landesämter für Schule und Bildung mit, dass die europaweite Ausschreibung für das landesweite Firmenfitnessprogramm noch nicht abgeschlossen werden könne. Die Vergabeunterlagen müssten überarbeitet und anschließend erneut veröffentlicht werden. Als Ursache für die Verzögerung werden vergaberechtliche Rahmenbedingungen für Bieter genannt. Das MI arbeite mit Hochdruck daran, allen Landesbeschäftigten im zweiten Halbjahr 2026 ein entsprechendes Firmenfitness-Angebot zur Verfügung

Weiterlesen »

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Gemeinsam den Rechtsstaat stärken

Datum: 25. Juni 2026
Autor: Torben

Kommentare

Loading...