Es ist Zeit, Pflege neu zu denken

Weiter sollen die Pflegeberufe konsequent attraktiver gestaltet werden. Das geht aus einem Schreiben des dbb an die Mitglieder der Verhandlungskommission der Arbeitsgruppe 12 Gesundheit und Pflege hervor. dbb und dbb Senioren begrüßen die im Sondierungspapier von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP enthaltene Absichtserklärung, die gesetzliche und die private Kranken- und Pflegeversicherung zu erhalten.

Gleiches gilt für die dort skizzierte Offensive für mehr Pflegepersonal. „Gute Pflege funktioniert nur mit gut ausgebildeten Pflegekräften. Dazu müssen nicht nur die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich verbessert werden. Wir brauchen mehr Personal, bessere Arbeitszeit- und Schutzregeln und eine vernünftige materielle Ausstattung der Arbeitsplätze“, sagt dbb Chef Ulrich Silberbach. Genauso wichtig sei aber ein angemessenes Lohngefüge. „Es fehlt den Pflegeberufen immer noch an Attraktivität. Es gibt kaum Aufstiegsmöglichkeiten und wenig Chancen, den Verantwortungsbereich zu erweitern. Hier sind mutige Ideen gefragt, denn die Akademisierung der Pflegeberufe erfordert eben auch zeitliche Ressourcen, die aufgrund der geringen Personaldecke derzeit zumindest nur schwerlich realisierbar sind.“ Letztlich müsse der Pflegeberuf auch in der Öffentlichkeit mehr Wertschätzung erfahren, so Silberbach weiter. „Die Beschäftigten in pflegerischen Berufen müssen sichtbarer werden und verdienen nicht nur in Pandemiezeiten mehr Anerkennung. Es ist jetzt an der Zeit, Pflege neu zu denken.“

Darüber hinaus müsse die neue Bundesregierung einen Schwerpunkt auf Vorsorge und Prävention legen. „Fakt ist: Prävention ist immer noch die beste und langfristig auch kostengünstigste Medizin, um Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern“, bekräftigt der Vorsitzende der dbb bundesseniorenvertretung Horst Günther Klitzing. Die Stärkung des Präventionsgedankens im Bereich der Pflege sei richtig und wichtig, sollte sich aber nicht nur auf die Pflege beschränken: „Der dbb fordert seit Jahren eine Stärkung der Präventionsarbeit im Bereich chronischer Erkrankungen wie beispielsweise diabetes mellitus oder im Bereich der Suchterkrankungen. Kurzfristige Mehrausgaben machen sich mittel- bis langfristig nicht nur in einer gesünderen Bevölkerung, sondern auch in den Bilanzen der Kranken- und Pflegeversicherung bemerkbar“, so Klitzing.

Datum: 9. November 2021
Autor: Torben

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