Unter dem Leitthema „Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie.“ diskutierten die dbb frauen am 20. März 2026 mit hochrangigen Gästen über Parität, Machtzugang und demokratische Teilhabe. Die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, Milanie Kreutz, betonte, dass Gleichstellung eine Frage demokratischer Qualität sei. Frauen seien in Entscheidungspositionen weiterhin unterrepräsentiert, obwohl Demokratie nur funktioniere, wenn sie gesellschaftliche Realitäten abbilde. Geschlechtergerechtigkeit bedeute keinen Verlust für Männer, sondern einen gemeinsamen Gewinn.
In ihrem Grußwort unterstrich Bundesministerin Karin Prien, dass Gleichstellung ein Verfassungsauftrag sei. Parität sei kein Selbstzweck, sondern notwendig, damit Frauen und Männer gemeinsam Verantwortung tragen. Sie kündigte einen Gesetzentwurf zur Entgeltgleichheit sowie Maßnahmen gegen digitale Gewalt an und betonte die Bedeutung eines gesellschaftlichen Umdenkens, an dem auch Männer beteiligt sein müssten.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sprach sich in ihrer Festrede für ein Paritätsgesetz aus. Frauen würden durch höhere Care-Arbeit, parteiinterne Strukturen und ungünstige Nominierungspraktiken benachteiligt. Auch digitale Gewalt treffe Frauen besonders stark und führe dazu, dass sich viele aus dem öffentlichen Raum zurückzögen. Hier wolle sie bestehende Gesetzeslücken schließen.
Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer machte deutlich, dass Gleichstellung nicht verhandelbar sei. Angriffe auf Frauenrechte schwächten die Demokratie insgesamt. Faire Karrierechancen, Vereinbarkeit, transparente Verfahren und Entgeltgleichheit seien zentrale Zukunftsfragen, bei denen der öffentliche Dienst Vorbild sein müsse.
Die Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski sprach von einem Demokratiedefizit. Parteiinternen Nominierungsverfahren benachteiligten Frauen strukturell, ebenso hohe Kosten für Wahlkämpfe. Sie forderte ein paritätisches Wahlrecht sowie eine Deckelung der Wahlkampffinanzierung.
In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass mehr Frauen in politischen Entscheidungsräumen zu anderen Perspektiven und einer veränderten Debattenkultur führen würden. Während Vertreterinnen von SPD und Grünen Parität klar unterstützten, äußerte die CDU Zweifel an der Umsetzbarkeit eines Paritätsgesetzes. Einigkeit bestand jedoch darüber, dass die politische Teilhabe von Frauen gestärkt werden muss.