Der öffentliche Dienst muss attraktiver werden

Gut 800 Landesbeschäftigte untermauerten ihre Forderungen gegenüber den öffentlichen Arbeitgebern mit Demo und ganztägigem Warnstreik.

„Dass heute hier in Hamburg 800 Kolleginnen und Kollegen zusammengekommen sind, ist ein starkes Zeichen. Und mit TdL-Verhandlungsführer Andreas Dressel sitzt der Hauptadressat hier ganz in der Nähe“, rief Andreas Hemsing, zweiter Bundesvorsitzender des dbb und Fachvorstand Tarifpolitik den Demonstrierenden zu und kritisierte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) dafür, bisher nicht konstruktiv verhandelt zu haben. „Bisher hat sich die TdL unfähig gezeigt, ein Angebot vorzulegen und einen Kompromiss zu schmieden. Unser Land hat mehr und Besseres verdient und ihr habt mehr und Besseres verdient! Mit der ´Geiz-ist-geil-Rhetorik´ der Finanzminister werden wir unser Land bestimmt nicht auf Vordermann bringen. Dafür braucht es einen starken öffentlichen Dienst als Stabilisator. Dafür braucht es euch!“

In ihrer Freizeit hatten die Kundgebung zahlreiche Beamtinnen und Beamte besucht. dbb-Landeschef Thomas Treff forderte die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des zu erreichenden Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich: „Signale wie die aus Bayern, die Übertragung ein halbes Jahr zu verzögern, machen euch zu Recht wütend. Eine solche Ignoranz gegenüber eurer wertvollen Arbeit lassen wir uns nicht bieten!“

Michael Adomat, stellvertretender Landesvorsitzender und Landesstreikleiter des dbb hamburg, forderte ein verhandlungsfähiges Angebot: „Unter dem Motto ‚Leere Stühle, volle Tische‘ machen wir heute deutlich, was seit Jahren schiefläuft: In der Stadt Hamburg können über 5.000 Stellen im öffentlichen Dienst nicht besetzt werden, weil der öffentliche Arbeitgeber schlicht nicht konkurrenzfähig bezahlt. Während die Aufgaben immer mehr werden, bleiben Arbeitsplätze unbesetzt – mit spürbaren Folgen für die Bürgerinnen und Bürger.“

Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, machte deutlich: „Die Beschäftigten stellen Tag für Tag die Funktionsfähigkeit unserer Stadt sicher. Doch Wertschätzung zeigt sich nicht in warmen Worten, sondern in konkreten Verbesserungen. Wir brauchen klare Zusagen zur Übernahme, wenn wir Nachwuchs halten wollen.“

Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 11.-13. Februar 2026 vereinbart.

Datum: 22. Januar 2026
Autor: Torben

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