Die TdL verweigert die Zustimmung

„Was als echter Attraktivitätsbooster für Hamburg geplant und geeint war, droht jetzt zum Rohrkrepierer zu werden“, kommentierte dbb Tarifchef Andreas Hemsing am 1. Dezember 2025 die Mitteilung des Arbeitgeberführers Andreas Dressel. Nachdem die Gremien von dbb und ver.di dem Kompromiss längst zugestimmt hatten, erreichte die Gewerkschaften nun die Mitteilung des Arbeitgebers, dass die Mitgliederversammlung der TdL ihrem Vorsitzenden nicht folgen und Teilen der Einigung nicht zustimmen will.

Viel Porzellan zerschlagen

Der dbb-Vize hat für dieses Verhalten kein Verständnis: „Hier hätte innerhalb der TdL früher und klarer kommuniziert werden müssen. Das Vertrauen der Landesbeschäftigten in die Freie und Hansestadt Hamburg ist schwer beschädigt. Sie durften damit rechnen, dass das Wort des Verhandlungsführers zählt. Aber auch mit Blick nach vorn ist Porzellan zerschlagen worden.“

Deshalb werde der dbb sich bemühen, der Hamburger Tarifeinigung doch noch zur Geltung zu verhelfen. Hemsing unmissverständlich: „Das wird nicht leicht und kann nur funktionieren, wenn innerhalb der TdL erkannt wird, was in den nächsten Wochen und Monaten auf der Tagesordnung steht. Beim Hamburger Problem und während der Potsdamer Einkommensrunde geht es nicht darum, dass die Länder den Titel ‚Sparfuchs des Jahres‘ erringen. Es geht vielmehr darum, Handlungsfähigkeit und Zuverlässigkeit zu beweisen. Das wollen die Beschäftigten sehen und das brauchen die Bürger – mehr denn je. Die TdL ist gefordert!“

 

Hintergrund

Bereits in den Tarifverhandlungen zur Einkommensrunde 2023 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder wurde über eine Stadtstaatenzulage für die Beschäftigten, Auszubildenden, Studierenden, Praktikantinnen und Praktikanten in den Ländern Berlin, Bremen und Hamburg verhandelt. Für Berlin wurde im Anschluss die Hauptstadtzulage tarifiert. Für Bremen und Hamburg wurde in der Tarifeinigung vom 9. Dezember 2023 vereinbart, dass ab dem 1. Juli 2025 Gespräche über eine Zulage für Beschäftigte, die insbesondere bürgernahe Dienste wahrnehmen, aufgenommen werden können. Am 29. Oktober 2025 einigten sich dbb und die Freie und Hansestadt Hamburg auf einen Kompromiss zum Tarifvertrag Zulage Bürgernahe Dienste. Dieser wird jetzt von der Arbeitgeberseite wieder infrage gestellt.

Datum: 1. Dezember 2025
Autor: Torben

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