Endlich: Niedersachsen plant amtsangemessene Alimentation 

Die Besoldungsanpassung zum 01.04.2026 ist zunächst nur die schnelle Übertragung der ersten Tarifstufe: Die Bezüge steigen rückwirkend um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Anwärterinnen und Anwärter erhalten 60 Euro mehr. Diese Anpassung ist wichtig, löst aber noch nicht die eigentliche verfassungsrechtliche Frage der amtsangemessenen Alimentation. Die Auszahlung wird mit der Juli-Abrechnung erwartet. 

Ein wichtiger Schritt – aber nur ein erster. Denn die eigentliche Weichenstellung steht noch bevor: Noch in diesem Herbst will Finanzminister Gerald Heere ein neues Modell für die künftige Beamtenbesoldung vorlegen. 

Hintergrund sind die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation (Berliner Urteil). Nach der Rechtsprechung aus Karlsruhe muss die Besoldung so ausgestaltet sein, dass sie den verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt. Dabei geht es nicht allein um einzelne Prozentwerte, sondern um eine grundsätzlich tragfähige und rechtssichere Besoldungsstruktur. Dazu will das Finanzministerium im Herbst 2026 ein Konzept für eine neue Besoldungstabelle vorlegen.  

Zudem wird für 2027 endlich ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur niedersächsischen Beamtenbesoldung erwartet. Im Raum stehen dabei auch mögliche Nachzahlungen in erheblicher Höhe. Wohl dem, der regelmäßig Widerspruch erhoben hat! 

Einmal mehr zeigt sich: Erfolge erzielen wir nicht allein, sondern in starken Gemeinschaften. Unser Dachverband, der nbb – heute dbb niedersachsen – hat anders als andere Gewerkschaften und gewerkschaftliche Spitzenverbände bereits 2005 erkannt, dass die Besoldung in Niedersachsen verfassungsrechtlich problematisch ist, und den Klageweg beschritten. Dieses beharrliche Engagement zahlt sich nun aus. Andere Parteien nutzten zur Mitfahrt das Trittbrett. 

Für den VLWN ist klar: Eine verfassungsgemäße Besoldung ist kein freiwilliges Zugeständnis, sondern Pflicht des Dienstherrn. Auch angespannte Haushaltslagen dürfen nicht dazu führen, dass notwendige Anpassungen weiter verschoben werden. 

Das angekündigte Modell muss deshalb mehr sein als eine rechnerische Korrektur. Es muss die Vorgaben aus Karlsruhe erfüllen, das Vertrauen der Beamtinnen und Beamten stärken und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes sichern. Die Besoldungsfrage ist damit auch eine Frage der Wertschätzung des Berufsbeamtentums.

Datum: 3. Juni 2026
Autor: Annette

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
LinkedIn
WhatsApp

Letzte Beiträge

Foto von Esra Afşar von Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarz-weisse-zeitung-auf-einem-tisch-im-cafe-30411542/

Viel Ankündigung, zu wenig Antworten auf die drängenden Probleme der beruflichen Schulen

Zur heutigen Bewertung des Doppelhaushalts 2027/2028 durch die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion erklärt der Landesvorsitzende des Verbandes der Lehrkräfte an Wirtschaftsschulen in Niedersachsen (VLWN), Ulf Jürgensen: “Jede zusätzliche Investition in Bildung ist grundsätzlich zu begrüßen. Wer allerdings von einer starken Grundlage für das niedersächsische Schulsystem spricht, muss sich an den tatsächlichen Herausforderungen in den Schulen messen lassen.

Weiterlesen »

Firmenfitness und Dienstrad: Der aktuelle Stand

Zwei lang erwartete Angebote für die Beschäftigten des Landes Niedersachsen nehmen Gestalt an – allerdings langsamer als ursprünglich angekündigt. Bei der Firmenfitness endete die Angebotsfrist am 11. September 2026. Die eingegangenen Angebote werden derzeit geprüft. Das Land geht weiterhin davon aus, das Angebot noch bis Ende 2026 bereitstellen zu können. Ein verbindlicher Starttermin, der ausgewählte Anbieter und

Weiterlesen »

Bildung braucht Verlässlichkeit – berufliche Schulen mitdenken

Wie lassen sich Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit verbessern, damit junge Menschen gut in ihre Zukunft starten können? Darüber diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften bei der Bildungskonferenz von BDA und DGB am 22. September 2026 in Berlin. Für den VLWN nahm Annette Hermes teil und betrachtete die hochkarätigen Diskussionen aus der Perspektive der berufsbildenden Schulen. BDA-Präsident

Weiterlesen »

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
LinkedIn
WhatsApp

Endlich: Niedersachsen plant amtsangemessene Alimentation 

Die Besoldungsanpassung zum 01.04.2026 ist zunächst nur die schnelle Übertragung der ersten Tarifstufe: Die Bezüge steigen rückwirkend um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Anwärterinnen und Anwärter erhalten 60 Euro mehr. Diese Anpassung ist wichtig, löst aber noch nicht die eigentliche verfassungsrechtliche Frage der amtsangemessenen Alimentation. Die Auszahlung wird mit der Juli-Abrechnung erwartet. 

Ein wichtiger Schritt – aber nur ein erster. Denn die eigentliche Weichenstellung steht noch bevor: Noch in diesem Herbst will Finanzminister Gerald Heere ein neues Modell für die künftige Beamtenbesoldung vorlegen. 

Hintergrund sind die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation (Berliner Urteil). Nach der Rechtsprechung aus Karlsruhe muss die Besoldung so ausgestaltet sein, dass sie den verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt. Dabei geht es nicht allein um einzelne Prozentwerte, sondern um eine grundsätzlich tragfähige und rechtssichere Besoldungsstruktur. Dazu will das Finanzministerium im Herbst 2026 ein Konzept für eine neue Besoldungstabelle vorlegen.  

Zudem wird für 2027 endlich ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur niedersächsischen Beamtenbesoldung erwartet. Im Raum stehen dabei auch mögliche Nachzahlungen in erheblicher Höhe. Wohl dem, der regelmäßig Widerspruch erhoben hat! 

Einmal mehr zeigt sich: Erfolge erzielen wir nicht allein, sondern in starken Gemeinschaften. Unser Dachverband, der nbb – heute dbb niedersachsen – hat anders als andere Gewerkschaften und gewerkschaftliche Spitzenverbände bereits 2005 erkannt, dass die Besoldung in Niedersachsen verfassungsrechtlich problematisch ist, und den Klageweg beschritten. Dieses beharrliche Engagement zahlt sich nun aus. Andere Parteien nutzten zur Mitfahrt das Trittbrett. 

Für den VLWN ist klar: Eine verfassungsgemäße Besoldung ist kein freiwilliges Zugeständnis, sondern Pflicht des Dienstherrn. Auch angespannte Haushaltslagen dürfen nicht dazu führen, dass notwendige Anpassungen weiter verschoben werden. 

Das angekündigte Modell muss deshalb mehr sein als eine rechnerische Korrektur. Es muss die Vorgaben aus Karlsruhe erfüllen, das Vertrauen der Beamtinnen und Beamten stärken und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes sichern. Die Besoldungsfrage ist damit auch eine Frage der Wertschätzung des Berufsbeamtentums.

Datum: 3. Juni 2026
Autor: Annette

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
LinkedIn
WhatsApp

Endlich: Niedersachsen plant amtsangemessene Alimentation 

Die Besoldungsanpassung zum 01.04.2026 ist zunächst nur die schnelle Übertragung der ersten Tarifstufe: Die Bezüge steigen rückwirkend um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Anwärterinnen und Anwärter erhalten 60 Euro mehr. Diese Anpassung ist wichtig, löst aber noch nicht die eigentliche verfassungsrechtliche Frage der amtsangemessenen Alimentation. Die Auszahlung wird mit der Juli-Abrechnung erwartet. 

Ein wichtiger Schritt – aber nur ein erster. Denn die eigentliche Weichenstellung steht noch bevor: Noch in diesem Herbst will Finanzminister Gerald Heere ein neues Modell für die künftige Beamtenbesoldung vorlegen. 

Hintergrund sind die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation (Berliner Urteil). Nach der Rechtsprechung aus Karlsruhe muss die Besoldung so ausgestaltet sein, dass sie den verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt. Dabei geht es nicht allein um einzelne Prozentwerte, sondern um eine grundsätzlich tragfähige und rechtssichere Besoldungsstruktur. Dazu will das Finanzministerium im Herbst 2026 ein Konzept für eine neue Besoldungstabelle vorlegen.  

Zudem wird für 2027 endlich ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur niedersächsischen Beamtenbesoldung erwartet. Im Raum stehen dabei auch mögliche Nachzahlungen in erheblicher Höhe. Wohl dem, der regelmäßig Widerspruch erhoben hat! 

Einmal mehr zeigt sich: Erfolge erzielen wir nicht allein, sondern in starken Gemeinschaften. Unser Dachverband, der nbb – heute dbb niedersachsen – hat anders als andere Gewerkschaften und gewerkschaftliche Spitzenverbände bereits 2005 erkannt, dass die Besoldung in Niedersachsen verfassungsrechtlich problematisch ist, und den Klageweg beschritten. Dieses beharrliche Engagement zahlt sich nun aus. Andere Parteien nutzten zur Mitfahrt das Trittbrett. 

Für den VLWN ist klar: Eine verfassungsgemäße Besoldung ist kein freiwilliges Zugeständnis, sondern Pflicht des Dienstherrn. Auch angespannte Haushaltslagen dürfen nicht dazu führen, dass notwendige Anpassungen weiter verschoben werden. 

Das angekündigte Modell muss deshalb mehr sein als eine rechnerische Korrektur. Es muss die Vorgaben aus Karlsruhe erfüllen, das Vertrauen der Beamtinnen und Beamten stärken und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes sichern. Die Besoldungsfrage ist damit auch eine Frage der Wertschätzung des Berufsbeamtentums.

Datum: 3. Juni 2026
Autor: Annette

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
LinkedIn
WhatsApp

Loading...