Fandrejewski: Nur ein attraktiver öffentlicher Dienst hat Zukunft

„Es hat nichts mit Wertschätzung zu tun, wenn Beschäftigte eine angemessene Entlohnung einklagen müssen“, sagte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, am 4. Dezember 2025 auf den Praxistagen Beamtenrecht in Berlin, die das Kommunale Bildungswerk (kbw) organisiert hat. Dort nahm er an einer Podiumsdiskussion zur Zukunftsfähigkeit des Berufsbeamtentums teil. 

Im November hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass die Besoldung der Beamtinnen und Beamten des Landes Berlin in mehreren Jahren zu niedrig war. Fandrejewski: „Das Urteil ist bezeichnend für den Zustand des öffentlichen Dienstes. Aktuellen Erhebungen zufolge fehlen 600.000 Beschäftigte. Es wirkt abschreckend auf potenzielle Fachkräfte, wenn die Bezahlung nicht rechtens ist. Der Staat kann das Fachkräfteproblem nur lösen, wenn er zuerst das Glaubwürdigkeitsproblem löst.“

Starres Laufbahnrecht bremst Nachwuchskräfte aus

Fandrejewski verwies auf eine Studie, die die dbb jugend in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam durchgeführt hat. Demnach ist die Bezahlung mit Abstand der größte Attraktivitätsfaktor, mit dem der öffentliche Dienst junge Fachkräfte gewinnen und halten kann. „Natürlich sind noch weitere Stellschrauben von Bedeutung“, betonte der Vorsitzende der dbb jugend. „Wir müssen das Laufbahnrecht flexibler gestalten, sodass sich Leistung mehr lohnt. Formale Wartezeiten und Laufbahngrenzen können dazu führen, dass junge Menschen den öffentlichen Dienst verlassen. Das heißt nicht, dass wir das Laufbahnrecht abschaffen wollen, im Gegenteil. Es geht um Flexibilität und Weiterentwicklung im Sinne einer zukunftsfähigen Verwaltung.“

Datum: 8. Dezember 2025
Autor: Torben

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