Mehr Mitbestimmung und Teilhabe für junge Menschen

„Junge Menschen müssen umgehend stärker in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einbezogen werden, damit sie sich gehört und vertreten fühlen”, sagt dbb jugend Chefin Karoline Herrmann. Deutlich wie nie zuvor sei während der Corona-Pandemie zutage getreten, dass die Belange der unmittelbar betroffenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen schon viel zu lange über deren Köpfe hinweg und nicht gemeinsam mit ihnen verhandelt und entschieden würden. „Die Ohnmacht ganzer Generationen angesichts dieses Dauer-Ausschlusses ist ein gefährlicher Nährboden, auf dem Frustration gegenüber dem politischen System, Anfälligkeit für Fake-News und soziale Spaltung wachsen können. Das müssen wir unter allen Umständen verhindern”, warnt Herrmann, die auch Mitglied der dbb Bundesleitung ist. „Institutionelle Teilhabe der Jugend auf allen Ebenen und Politikfeldern ist die Gelingensbedingung für eine nachhaltige und erfolgreiche Gestaltung der Zukunft. Je mehr Generationen Entscheidungen gemeinsam entwickeln und tragen, desto breiter ist die Akzeptanz für sie”, betont die dbb jugend Chefin und konkretisiert: „Echte Mitbestimmung bedeutet, dass auch die jungen Generationen von Beginn an in transparente und ergebnisoffene Entscheidungsprozesse eingebunden sind und reale Gestaltungsmöglichkeiten haben.”
 
Politik und Gesellschaft müssten deutlich mehr Strukturen und Wege schaffen, um junge Menschen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Beispielsweise in Betracht komme eine Stärkung der Jugend- und Auszubildendenvertretungen durch die Sicherstellung ihrer Existenz, umfangreiche Beteiligungsrechte und Freistellungsmöglichkeiten sowie eine zeitgemäße digitale Ausstattung. „Junge Beschäftigte müssen sich wertgeschätzt und beruflich integriert fühlen, wenn sie motiviert arbeiten sollen. Auch mit Blick auf das ehrenamtliche Engagement Millionen junger Menschen müssten mehr Rechte und Spielräume geschaffen werden, zudem sei die Zeit reif für ein Wahlrecht mit 16 Jahren, unterstreicht die dbb jugend.
 

Datum: 21. Juni 2021
Autor: Torben

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

Ein Test macht noch keine Förderung

„Neue Verfahren sind nur dann sinnvoll, wenn festgestellte Unterstützungsbedarfe in konkrete Förderung münden, die Beschäftigten frühzeitig einbezogen werden und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen“, betonten Simone Fleischmann, stellvertretende Bundesvorsitzende des dbb und des Verbandes Bildung und Erziehung sowie Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands und Vorsitzende der dbb Fachkommission Schule, Bildung und Wissenschaft, am 3. Juli

Weiterlesen »

Stellenabbau in der Bundesverwaltung: Pferd nicht von hinten aufzäumen!

Der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD hat in seinen Beschlüssen vom 2. Juli 2026, wie bereits im Koalitionsvertrag, das Ziel von 8 Prozent pauschalen Personaleinsparungen genannt. Es gelte, die „Digitalisierungsrendite bei allen Behörden zu heben“. Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer stellt dazu erneut klar: „Ohne Investment keine Rendite! In die Digitalisierung der Verwaltung wird seit Jahren zu wenig

Weiterlesen »

Beamtenversorgung: Debatte muss sich an Fakten orientieren

„In den letzten Tagen wurde teilweise der Eindruck erweckt, als erhielten Beamtinnen und Beamte kurz vor dem Ruhestand – konkret: ein Jahr – noch reihenweise Beförderungen, um ihnen höhere Pensionsansprüche zu gewähren. Das ist gesetzlich unzulässig und hat mit der Realität nichts zu tun“, sagte Schmitt, stv. Bundesvorsitzender und Fachvorstand Beamtenpolitik des dbb, am 1. Juli 2027.

Weiterlesen »

Loading...