Pflegende Angehörige sollen endlich besser unterstützt werden

„Die Mitarbeit des dbb im unabhängigen Beirat zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf scheint sich mit Blick auf den Koalitionsvertrag von SPD, GRÜNEN und FDP auszuzahlen“, so der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 3. Dezember 2021. Trotz diverser Pflegereformen und damit verbundenen Leistungsausweitungen in den letzten zehn Jahren seien pflegende Angehörige meist eher stiefmütterlich behandelt worden. „Die Einführung einer – möglichst steuerfinanzierten – Entgeltersatzleistung für pflegende Angehörige war uns von Beginn an ein zentrales Anliegen und entsprechend freut es mich, dass die jahrelange Vorarbeit nun Früchte zu tragen scheint.“ Der dbb sei sich aber bewusst, dass die Stellschrauben bei Pflege- und Kindererziehungszeiten durchaus unterschiedlich sind. Gerade im Hinblick auf den Angehörigenbegriff werde der Grad des Näheverhältnisses von entscheidender Bedeutung sein, um möglichst große Entlastungen für die Pflegenden zu erreichen.

Auch der Vorsitzende der dbb bundesseniorenvertretung Horst Günther Klitzing zeigt sich erfreut über die vorgesehene Stärkung der Angehörigenpflege: „Der Verbleib in den eigenen vier Wänden und die Betreuung durch bekannte Gesichter sind nach wie vor elementare Wünsche pflegebedürftiger Menschen. Wir beobachten aber, dass pflegende Angehörige immer häufiger an ihre physische und psychische Belastungsgrenze geraten. Die angedachte stärkere Förderung von haushaltsnahen Dienstleistungen kann hier ebenso Unterstützung bieten wie eine Entgeltersatzleistung.“

Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb Frauen, mahnte: „Trotz der begrüßenswerten Pläne darf nicht vergessen werden, dass sowohl die steuerliche Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen als auch eine Entgeltersatzleistung die Gefahr bergen, dass wir uns von einer partnerschaftlichen Sorgearbeit eher entfernen, als dass wir uns ihr näheren. Die Partnermonate, wie wir sie vom ElterngeldPlus kennen, auch im Bereich der Angehörigenpflege an den Bezug der Entgeltersatzleistung zu koppeln und damit die Bezugsdauer zu verlängern, wäre aus Sicht der dbb Frauen ein zeitgemäßer Ansatz für mehr Partnerschaftlichkeit in der Pflege.“

Datum: 3. Dezember 2021
Autor: Torben

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