Reisebericht Teil 2: Honkong – Macau – Dubai

Bereits zum sechsten Mal hat der VLWN für seine Mitglieder eine Bildungsreise zum Thema Berufsbildung in anderen Ländern angeboten. Diesmal führte der Weg die 19 Teilnehmer nach Hongkong mit einem Abstecher nach Macau.

Am ersten Tag der Reise stand der Besuch der Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule in Hongkong auf dem Programm. Der Schulleiter Ulrich Weghoff begrüßte die Reisegruppe aus Deutschland und stellte eine Schule mit zwei Systemen vor. Mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler aus über 30 verschiedenen Ländern bereiten sich in zwei parallelen Zweigen auf deutsche oder britische Abschlüsse vor.

Die Schule wurde 1969 von einigen deutsch-schweizerischen Familien gegründet, die eine Alternative zum einheimischen Schulsystem suchten. Diese Schule wird von den Regierungen in Deutschland und der Schweiz finanziell gefördert. Hier werden Kinder vom Kindergarten bis zur Berufsschule in Schulstufen und Schulformen von etwa 150 Kollegen und Kolleginnen unterrichtet, die aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Kanada, Malaysia, Hongkong und China kommen. Neben den Pflichtsprachen Deutsch und Englisch werden folgende weitere Fremdsprachen angeboten: Chinesisch, Französisch und Latein.

Bilderzusammenfassung Bildungsreise

Nach einer Besichtigung der Schulräume, der Sportstätten, der Bibliothek und der großen Schulaula stellte Thorsten Rahut, Head of Business College, die duale Ausbildung in Groß- und Außenhandel und Spedition- u. Logistikdienstleistung vor.

Die GSIS (German Swiss International School) ist die einzige deutsche Auslandsschule in Asien mit einem berufsbildenden Zweig, an dem in deutscher Sprache unterrichtet wird. In enger Zusammenarbeit mit der deutschen Auslandshandelskammer (Vertreterin der AHK war bei der Präsentation anwesend) in Hongkong bietet das GSIS Business College so die Möglichkeit, eine deutsche Berufsausbildung mit einer einmaligen Auslandserfahrung zu kombinieren.

Neben betriebswirtschaftlichen Fächern gehören Englisch, Mandarin, Chinese Studies und Politik zu den Unterrichtsfächern. Aber auch Methoden- und Präsentationstraining und die Bearbeitung von Fallstudien bzw. die Durchführung von berufsorientierten Projekten sind Gegenstand der Ausbildung.

Die Ausbildung dauert 22 Monate und schließt mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung ab. Voraussetzung für die Bewerbung ist neben Abitur und guten Englischkenntnissen die Volljährigkeit der Bewerber.

Diese Ausbildung muss als eine Investition in die berufliche Zukunft betrachtet werden, da die Auszubildenden neben ihrer Ausbildungsvergütung Schulgeld bezahlen müssen und Unterstützung für den Lebensunterhalt durch ihre Eltern oder Dritte benötigen. Andererseits bietet diese Arbeits- und Lebenserfahrung in einem internationalen Umfeld zahlreiche kulturelle Einblicke, die im Zeitalter der Globalisierung für den Einstieg in die Berufswelt wichtig seien können.

Teilnehmerinnen in Aktion

Neben den rein berufsbezogenen Inhalten bot die Studienreise auch vielfältige interkulturelle und historische Einblicke in die asiatische Sichtweise, die im Berufsleben eines Berufsschullehrers im Zeitalter der Globalisierung heute nicht mehr wegzudenken sind. So wurde das Zentrum mit dem Bankenviertel besichtigt sowie eine Fahrt mit der Standseilbahn der Peak Tram und eine Sampan Rundfahrt durch den international wichtigen Hafen von Hongkong unternommen. Natürlich wurde auch ausschließlich traditionell chinesisch gegessen, was für die Teilnehmer auch einige Überraschungen barg. So wurde zum Essen stets warmes Wasser zum Trinken gereicht.

Anni Korte und Brigitte Kemper im Bankenviertel

Das rege Treiben in den vielen kleinen Geschäften entlang der Straßenbahn von 1904 beeindruckte ebenso wie der Besuch des Man-Mo-Tempels und der riesigen Buddha Statue, die über die mit 5,7 km Länge längste Seilbahn der Welt erreicht wurde.

Am Abend bot die Beleuchtung der Skyline von Hongkong verbunden mit einer spektakulären Lasershow ein berauschendes Bild.

In der alten portugiesischen Kolonie Macau ist das Wirtschaftsleben vor allem durch eine große Anzahl von Casinos geprägt, die es Macau erlauben keine Steuern zu erheben, sondern jedem Einwohner einmal im Jahr ein Geldgeschenk in Höhe von mehr als 2.000,- € zu machen. Auffällig für die Teilnehmer war, dass das Erscheinungsbild von Macau sehr stark von dem Hongkongs abweicht und die europäisch portugiesische Kultur noch überall spürbar ist.

Nach dem sehr anstrengenden Aufenthalt in Hongkong und Macau schloss ein Teil der Reisenden den Aufenthalt mit einem dreitägigen Erholungsurlaub in Dubai ab.

Wie immer sind die historischen, kulturellen und bildungspolitischen Eindrücke dieser Reise immens und der ein oder andere Kollege ist fest entschlossen gute Abiturienten auf die Möglichkeit der Ausbildung in Hongkong aufmerksam zu machen.

Anna Korte, Brigitte Kemper und Gerd Reddig PS. Reisebericht Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe.

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