Bildungspolitik von der zweiten Welle eiskalt erwischt!

Bildungspolitik von der zweiten Welle eiskalt erwischt!

Deutscher Lehrerverband wendet sich mit dringlichen Forderungen und Lösungsvorschlägen an die Politik

„Wenn jetzt nicht gehandelt wird, drohen flächendeckende Schulschließungen!“

Die im Deutschen Lehrerverband (DL) organisierten Verbände DPhV, VDR, BvLB und KEG schlagen Alarm und fordern die Politik in einer konzertierten Aktion auf, den Gesundheitsschutz für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler in der Corona-Krise deutlich zu erhöhen. Die Pandemiesituation wird sich nicht in kurzer Zeit bewältigen lassen, daher braucht es langfristige Lösungen und verlässliche
Handlungsrichtlinien, um das Infektionsrisiko an den Schulen so gering wie möglich zu halten, die dort stattfindenden Kontakte zu beschränken und Abstände zu wahren.
Im bisherigen Betrieb seit der Wiedereröffnung der Schulen, oft ohne Abstandsregeln und Maskenpflicht, setzen die Kultusminister Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler Gefahren aus, die auf offener Straße mit Bußgeldern belegt werden – ganz so, als ob es das Virus in den Schulen nicht gäbe. „Wir sagen: Schulen offen halten: Ja – angepasst an das aktuelle Infektionsgeschehen.
Aber Schulen im Vollbetrieb um jeden Preis: Nein! Jetzt braucht es verantwortungsvolles Handeln, weitere Infektionsschutzmaßnahmen und Handlungsrichtlinien bei steigenden Infektionszahlen, sonst
drohen in der Konsequenz wieder flächendeckende Schulschließungen“, betont DL-Präsident Heinz Peter Meidinger.

Lüften ist gut, Lüftungsanlagen sind besser

Die Kultusministerkonferenz KMK will mit der Zahlenkombination 20 – 5 – 20 über den Winter kommen und den vollen Präsenzunterricht gewährleisten, und das trotz rasant steigender
Infektionszahlen: 20 Minuten Unterricht, 5 Minuten Quer- und Stoßlüften, um dann erneut 20 Minuten zu unterrichten. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, Schulklassen ab einem bestimmten
Infektionsgeschehen wieder zu teilen, schlägt die Politik ebenso in den Wind wie die Erkenntnisse des Umweltbundesamtes, wonach Lüften ohne zusätzlichen Raumluftfilter in vielen Gebäuden nicht ausreicht. Lüftungsanlagen sind daher an vielen Schulen zwingende Notwendigkeit. Die Installation der Raumluftreiniger hätte zudem den positiven Effekt, dass auch Grippeviren minimiert werden und zusätzliche Krankheitsausfälle vermieden würden. Auch der Einsatz von Plexiglaswänden zwischen den Tischen trägt zum Schutz bei. Es braucht eine schnelle Bestandsaufnahme nach einheitlichen Parametern in allen Bundesländern, um festzustellen, welche Räume bereits durch bestehende Systeme gut gelüftet werden und wie viele Räume eine Unterstützung durch Luftfilteranlagen brauchen. Mehrere Bundesländer haben bereits Programme zur Beschaffung entsprechender Geräte aufgelegt, der Deutsche Lehrerverband fordert die übrigen Länder und die KMK auf, vor dieser Investition in die Gesundheit der Schülerinnen und Schülern und der Lehrkräfte nicht zurückzuschrecken.

Der kritische Grenzwert von Corona-Neuinfektionen wird in immer mehr Städten und Kommunen überschritten. In diesen Hotspots fordert der Deutsche Lehrerverband, die Klassen unverzüglich zu halbieren. „Es empört uns, dass die beschlossenen und vom RKI empfohlenen Richtwerte einer Inzidenzzahl von 35/50 der Corona-Ampel für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen von der Bildungspolitik komplett ignoriert werden, um Schulen unter inakzeptablen Bedingungen offen zu halten“, so Heinz Peter Meidinger. „Die KMK hat bei ihrer letzten Sitzung mit ihrer Entscheidung, dass Quer- und Stoßlüften bei Minusgraden ausreichend sei, eine rote Linie überschritten und sich damit aus der Verantwortung gegenüber dem Gesundheitsschutz der Schülerinnen und Schüler gestohlen. Es braucht Richtlinien und klare Handlungsanweisungen, ab welchen Inzidenzzahlen eine Maskenpflicht für welche Klassenstufen gilt und ab wann es notwendig ist, die Klassen wieder zu teilen.“

AHA-Regeln müssen auch in Schulen gelten

„Die Kultusministerkonferenz muss eine ganz klare Orientierung für den Schulbetrieb in ihrem KMKVier-Stufen-Modell nach den Vorgaben des RKI geben, anhand derer dann tatsächlich vor Ort entschieden wird“, so die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing. „Hier gilt als Maßstab für die Stufe 2 der Inzidenzwert von 35 Fällen binnen 7 Tagen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer kreisfreien Stadt oder innerhalb eines Landkreises, für die Stufe 3 der Inzidenzwert von 50, bei dem in den Schulen wieder die AHA-Regeln eingehalten werden sollten,
was auf kleinere Klassen hinausläuft. Es ist die Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass diese Regeln eingehalten werden und die Gesundheitsämter hier entsprechend einheitlich, nachvollziehbar
und verlässlich agieren.“

Differenzieren nach Schülergruppen – Präsenz- und Online-Unterricht angepasst an das
Infektionsgeschehen in verkleinerten Lerngruppen

Das grundlegende Übel ist, dass die Politik Schule über einen Kamm schert. Statt zwischen den einzelnen Schulformen zu differenzieren und entsprechende Bedarfe von Grundschülern bis hin zu
Berufsschülern klar zu definieren, sind Schüler gleich Schüler.

Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe II müssen anders als Schülerinnen und Schüler der Primar- und Sekundarstufe I nicht zwingend durchgängig Präsenzunterricht haben, sondern können dann, wenn die technischen Voraussetzungen gewährleistet sind, parallel oder im Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht lernen. Dies sollte vor Ort entschieden werden – orientiert an den Inzidenzwerten gemäß RKI.

„Für unsere ganz jungen Schülerinnen und Schüler in der Grundschule gilt es, so viel Präsenzunterricht zu ermöglichen. Junge Kinder brauchen beim Lernen die Beziehung, um ein tragfähiges Fundament für ihr zukünftiges Lernen aufbauen zu können“, betont Gerlinde Kohl, die Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG).

Mut zu unkonventionellen Lösungen

Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes für Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) weist auf unkonventionelle Wege hin, um flächendeckende Schulschließungen zu verhindern: „Statt
mantrahaft alles schön zu reden, müssen gemeinsam schnell umsetzbare Lösungen herbeigeführt  werden: So könnten beispielsweise leerstehende Veranstaltungs-Locations oder Stadtteilzentren
als zusätzliche Unterrichtsräume angemietet werden, um Schulklassen zu teilen und so das Gesundheitsrisiko für Lehrkräfte wie Schülerinnen und Schüler zu minimieren. Denn die
Unversehrtheit aller hat oberste Priorität, um nicht sehenden Auges in die erneute Schulschließungen mit all ihren gesellschaftlichen Folgen zu rutschen.“

Eugen Straubinger ebenfalls Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung, fordert, dass die Absage der KMK zum Einbau von Lüftungsanlagen gekippt wird und macht folgende Rechnung auf: „NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer schätzt, dass flächendeckend rund 100 Euro pro Schüler in die Filtertechnik investiert werden müssten – und spricht von
Unsummen, die das verschlingen würde. Legt man diese Zahl zu Grunde, müssten bei bundesweit 11 Millionen Schülerinnen und Schüler 1,1 Milliarden Euro investiert werden, um alle rund 43 000 Schulen mit dieser Technik auszustatten. Das sind im Vergleich zu den neun Milliarden Euro, die die Rettung der Lufthansa bisher gekostet hat, Peanuts. Das sollte es den Regierenden wert sein, um das Recht auf Bildung in der Coronakrise nicht zu verspielen.“ Er ergänzt: „Dazu kommt, dass in den Berufsschulen auch Lüftungstechniker und Anlagenbauer ausgebildet werden. Wenn unsere Schulen Lüftungsanlagen aus heimischer Produktion beziehen könnten, hätte dies einen deutlichen Einkommens- und Beschäftigungseffekt für diese Produktionssparte. Dies käme auch den
Auszubildenden im dualen System zugute.“

Vergesst die Lehrkräfte nicht!

Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen ändert sich das Anforderungsprofil an die Lehrkräfte und die Belastungen steigen deutlich. Distanzunterricht für Zuhause bleibende Schüler ist Mehrarbeit.
Bei allen Maßnahmen müssen die Auswirkungen auf und die Anforderungen an die Lehrkräfte berücksichtigt werden, denn es ändert sich Umfang, Art und Inhalt der Lehrtätigkeit. Neben
Investitionen in die notwendige technische Ausstattung der Schulen, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte, deren Fehlen bei den Schulschließungen im Frühjahr schmerzhaft deutlich wurde,
braucht es auch weiterhin Unterstützung der Lehrkräfte in der Fortbildung für neue digitale Formate und vor allem auch technisches Personal zur Betreuung des IT-Bereiches.
Aber auch, da ist sich das Präsidium des DL einig, beim Gesundheitsschutz der Lehrkräfte bei ihrer Tätigkeit in den Schulen muss nachgebessert werden. Es sei eigentlich ein Skandal, dass anders als in vielen anderen Berufssparten, die mit vielen Kontakten zu tun haben, Lehrkräfte nicht von den Schulträgern und Länderministerien mit einer ausreichenden Zahl an FFP2-Masken ausgestattet wurden.

Politik muss Verantwortung übernehmen

Auch Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR), fordert klare Handlungsrichtlinien für die Schulen bei entsprechenden Infektionszahlen: „Je nachdem, wie
gut die gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung greifen und wie sich daraufhin jeweils regional das Infektionsgeschehen entwickelt, braucht es klare Vorgaben bei bestimmten Richtwerten, damit nicht nach jeder Veränderung der Zahlen nach oben oder nach unten die Debatte um die richtigen Gesundheitsschutzmaßnahmen an den Schulen von neuem geführt
werden muss. Es müssen Maßnahmen gelten, die an den Schulen in ganz Deutschland Bildung unter höchsten Sicherheitsbedingungen ermöglichen. Dazu gehören Stufenpläne und beste technische und materielle Ausstattung, wie CO2-Ampeln, Luftreinigungsfilter und FFP2-Masken, und bei steigenden Infektionszahlen Klassenteilungen und Zeiträume von Distanzunterricht, die für Eltern
möglichst organisierbar und überschaubar bleiben. Allerdings kann es nicht Aufgabe der Schulen sein, entsprechende Maßnahmen festzulegen. Wir Lehrkräfte und Schulleitungen sind keine Ärzte oder Virologen! Die Verantwortung darf nicht länger auf die Kollegen geschoben, sondern muss endlich von der KMK und den Bundesländern als den politisch Verantwortlichen übernommen
werden. Aber genau das passiert aktuell seitens der Politik nicht!“
—————-
Für Stellungnahmen erreichen Sie die Mitglieder des Präsidiums des Deutschen
Lehrerverbandes:
DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger: 0160 – 52 75 609 und 030/70 09 47 76 –
www.lehrerverband.de
Bundesgeschäftsstelle DPhV, Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing:
030 / 40 81 67 89 – www.dphv.de
Bundesgeschäftsstelle VDR, Bundesvorsitzender Jürgen Böhm:
089 / 55 38 76 und 0151 – 11 71 55 89 – www.vdr-bund.de
BvLB-Bundesgeschäftsstellen, Bundesvorsitzende Joachim Maiß und Eugen Straubinger:
030 / 40 81 66 50 und 0511 / 21 55 60 70 – www.bvlb.de
KEG-Bundesgeschäftsstelle, Bundesvorsitzende Gerlinde Kohl:
089 / 26 02 47 99 – www.keg-deutschland.de
Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

—–Bildquelle: Pixabay—-

VLWN-Digital-Summercamp – das Finale Digitaler Unterricht: Wir können das!

VLWN-Digital-Summercamp – das Finale Digitaler Unterricht: Wir können das!

Jedes „Post it“ ein Thema, jeder Post-Strang ein Tag. Insgesamt 39 komprimierte Wissensunits, die aufeinander aufbauten und entsprechend gegliedert waren: Los ging es am Montag mit der Ausstattung eines digitalen Klassenzimmers. Dienstag standen Tools und Apps – wie Teams – als Unterrichtsmittel im Fokus. Mittwoch produzierten die Teilnehmer E-Books und Lernvideos selbst. Donnerstag drehte sich alles um Lernmanagementsysteme. Und der heutige Freitag bot mit VR-Brille und 3-D-Druck einen perspektivischen Blick in den Unterrichtsalltag von „Morgen“. Das Teilnehmer-Resümee nach fünf Tagen VLWN-Digital-Summercamp:

„Viel Stoff, spannend und vielschichtig vermittelt von tollen Referenten. Die Teilnahme hat uns echt geholfen, die voranschreitende Digitalisierung in den Schulen technisch wie didaktisch flankieren zu können. Das, was wir gelernt haben, geben wir weiter. Ein Wintercamp als Fortsetzung ist wünschenswert. Ebenso ergänzende Tagesunits als Fortbildungseinheit“.

Auch die Referenten und die Vertreter der Wirtschaft, die sich teils über Videoschalte wie beispielsweise Stefan Muhle (Staatssekretär für Digitales im Wirtschaftsministerium) in das hybride Format mit 12 Anwesenden und bis zu 100 Online-Teilnehmern einbrachten, waren von der Spannbreite der Themen und der innovativen Umsetzung begeistert. Ein formulierter Wunsch für die Zukunft: Verkrustete Strukturen in den Verwaltungen aufbrechen, um Raum zu gewinnen, damit mit neuen Lernideen neue Unterrichtsformate realisiert, wo mit neuester Technik kollaborativ experimentiert und neue Methoden erprobt werden können.
Anders gesagt: Das Digital-Hub muss her.

VLWN-Digital-Summercamp – Tag vier KI – wenn Siri ins Klassenzimmer kommt

VLWN-Digital-Summercamp – Tag vier KI – wenn Siri ins Klassenzimmer kommt

Einmal die Woche Arbeitsblätter per Mail an die Schülerinnen und Schüler zu versenden, hat nichts mit digitalem Unterricht zu tun.
Egal, ob Distanz- oder Präsenzunterricht: Die Basis für digitale Inhalte, Tools und Anwendungsfelder ist der strukturelle Unterbau. Der vierte Summercamptag stand ganz im Zeichen von Lernmanagementsystemen, digitaler Lernarrangements und E-Didaktik.

Karin Blume (Multimedia BBS Hannover)
und Alexander Mali (BBS Winsen) starteten in den Tag und arbeiteten die Teilnehmer intensiv in das klassische – und Kursmanagementsystem „Moodle“ ein. Die Software bietet die Möglichkeiten zur Unterstützung kooperativer Lehr- und Lernmethoden.

Danach übernahm Martina Riedl (MMBbS) das Mikro, erläuterte erst „eduScrum“ – die Projektmanagement-Software für Klassenzimmer“ und im Nachgang dann “ISA“ – steht für Individualisiertes selbstgesteuertes Arbeiten – ein nach Kompetenzen gegliedertes und nach individueller Leistungsfähigkeit systematisch aufgebautes Tool, das digitales Lernen von der Selbstreflexion bis zum Zeitmanagement abbildet.

Patrick Geiser von der Uni Göttingen präsentierte dann als Blaupause für den digitalen Unterricht der Zukunft anhand eines kundenorientieren Chatbots: Ein selbstlernendes KI-System, das komplexe Online-Gesprächsverläufe steuert, in dem Probleme dezidiert heruntergebrochen werden, um über gezieltes Nachfragen selbst auf undifferenzierte Eingaben konkrete Hilfestellung bieten zu können.
KI im Klassenzimmer – da ist Siri nicht weit.

Michael Müller, Vertreter des Kultusministeriums, erläuterte, was das Ministerium unter Distanz-Lernen versteht und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen.

Britta Härke (MMBbS) und Julia Gillen, Professorin für Berufspädagogik an der Leibniz-Universität Hannover und Direktorin der Leibniz School of Education – die online zugeschaltet war – zeigten auf, wie weit die digitale Transformation vorangeschritten ist und wo die E-Didaktik dabei steht.

Vorschau: Freitag, 14. August

Der fünfte Summercamp-Tag steht im Zeichen der Zukunft. Die digitale Transformation wird Schule verändern und ihr Möglichkeiten an die Hand geben, von denen Lehrkräfte niemals zu träumen gewagt hätten. Was virtuelle Realitäten – z.B die Hololense 2 VR Brille von Microsoft – für Potenziale in der Bildung bieten können, ist heute nur zu erahnen. Das Holodeck aus dem Raumschiff Voyager ist aber gar nicht allzu weit entfernt. 3D-Drucker erstellen heute schon wesentliche Bauteile des Airbus A380 und anderer Hightech-Geräte.
Robotic ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. ERP-Programme werden die kaufmännischen Arbeitsplätze gründlich umkrempeln.
Der heutige Tag soll neugierig machen auf das, was kommt, und Offenheit für die Entwicklungen schaffen, denn … alles was automatisierbar ist, wird automatisiert werden. Ob wir es nun wollen oder gut finden. Es wird weiter gehen, als wir es uns vorstellen können. Und es wird viel schneller gehen als je gedacht.

VLWN-Digital-Summercamp – Tag drei Do it: Vom Erklärvideo bis zum E-Book

VLWN-Digital-Summercamp – Tag drei Do it: Vom Erklärvideo bis zum E-Book

Lernen von Youtube heißt: Tutorials und Erklär- videos nutzen, um Wissen zu vermitteln. Deshalb
stand der dritte Summercamp-Tag ganz im Zeichen der eigenen Medienproduktion. Denn E-Books und
Videos sind ganz leicht mit ein- fachen Tools wie Book-Creator oder iMovie zu realisieren. Björn
Lüders von Continental führte am Morgen per Videoschalte in das Thema ein und erläuterte, wie der
Weltkonzern tagtäglich im Workflow mit Tutorials arbeitet – und hatte auch eine Kostennote mit im
Gepäck, was professionell erstellte Erklärvideos kosten.

Mit „Bordmitteln“ wird das Ganze deutlich preiswerter: Angelika Maiß zeigte in kurzweiligen
Sequzenzen, wie man erst ein E-Book und dann ein Erklärvideo erstellt, Tonspuren und ergänzende
Lerninhalte einbettet, um so den virtuellen Klassenraum zu den Schülern zu transferieren.
Joachim Maiß führte im Nachgang in das „Storytelling“ mit Adobe Spark ein, das eine lizenzfreie Bilddatenbank implementiert hat,
um visuell starke Präsentationen oder auch Videos zu erstellen, an denen man kollaborativ arbeiten
kann.

Wie man in kürzester Zeit überzeugende Inhalte im Unterricht schnell und zielführend präsentiert,
führten Torben Einicke, Philip Schriever und Cem Sunguroglu – per Video zugeschaltet
– anhand von Elevator-Tools vor, die mit fixen Zeitfenster arbeiten. Der dritte Camp-Tag klang mit
einem gemeismane Grillabend aus.

Nachdem die Neue Presse aus Hannover am Dienstag groß über das Summercamp berichtet hatte, war am
Mittwoch der NDR zu Gast und interviewte teilnehmende Referendare und den VLWN-Vorsitzenden Joachim
Maiß.

Vorschau: Donnerstag, 13. August

Der vierte Summercamp-Tag steht ganz im Zeichen des Unterrichts. Wir stellen das Lern-
managementsystem Moodle vor. Nicht nur theoretisch – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
arbeiten mit und auf einem eigenen Moodle-Server; sie können ihn auch kaputt spielen?! Wir
sehen eine konkrete Unterrichtsstunde mit Moodle. Wir lernen EDU-Scrum und ISA kennen. Danach wollen wir herausfinden, was
denn hybrider Unterricht ist. Wir lernen Beispiele für digitalen und digital dezentralen
Unterricht kennen und wollen versuchen, „Kochrezepte“ für digitalen Unterricht vorzustellen.
Dabei wird es um banalen Frontalunterricht genauso wie um Beispiele für
einen digitalen ThinkTank gehen.

VLWN-Digital-Summercamp – Tag zwei Lernszenarien und ganz viel „Teams“

VLWN-Digital-Summercamp – Tag zwei Lernszenarien und ganz viel „Teams“

Was bedeutet Digitalisierung in der Schule? Dass die Schüler Tafelbilder mit ihren Handys  abfotografieren und mit elektronischen Medien lernen? Wohl kaum. Ein Tool, an dem die berufliche  Bildung bei der Digitalisierung nicht mehr vorbeikommt, ist Mircrosoft Office365. Das  Softwarepaket hat sich längst durchgesetzt. Alexander Singer, Office-Trainer von Microsoft, hat am zweiten Summercamp-Tag eindrucksvoll gezeigt, dass O365 der „Schlüssel für das digitale  Klassenzimmer“ ist, wie ein Team für Videokonferenzen und Klassen angelegt werden sowie ein Beurteilugsfeedback gegeben werden kann.

Susanne Quiel, Solution Manager, und Anja Lommatzsch, Change Manager von Conti, haben  gezeigt, wie mit Teams in einem Unternehmen eine Kommunikationsform und Kollaborationsplattform  in einem internationalen Unternehmen umgesetzt wurde. Seit 2014 wurde jeder Mitarbeiter weltweit mit Schulungen, Filme, Coachings und Podcasts angehalten und unterstützt, Teams zu verwenden. Die Referentinnen erklärten, dass bei Conti das lebenslange Lernen oberste Priorität hat.

Julia Sommer hat online einen Einblick skizziert, wie Teams an der MMBbS als Schulplattform eingesetzt und strukturiert wird. Sie betonte, dass im Vorfeld die Beteiligten die Struktur vom gesamten Kollegium akzeptiert und eingehalten wird. Sie hat gezeigt, wie Klassen, Kurse und Lernfelder als Kanäle benannt und eingerichtet werden. Am Nachmittag endete der zweite Camp-Tag  bei 38 Grad mit einem gemeinsamen Ausflug zum Hüttensee nach Meißendorf, entspannt segeln und Sub fahren.

Vorschau: Mittwoch, 12. August
Ein Auto fährt nicht ohne Energie. Die Energie des digitalen Unterrichts sind die digitalen Medien.

Der heutige Camp-Tag steht ganz im Zeichen der Medienproduktion – ob nun das einfache digitale Arbeitsblatt oder das Erklärvideo. Wir stellen vor und lassen ausprobieren. Am Nachmittag findet ein dreistufiger Elevator-Pitch statt. Die Referentinnen und Referenten haben genau 10 Minuten Zeit, ein Tool für den Unterricht vorzustellen. Was ist das? Wozu dient es? Wie geht das? Was kann ich damit im Unter- richt machen? Der Timer beendet gnadenlos die einzelnen
Pitches. Im anschließenden Worldcafe kann man bei den Referentinnen und Referenten nachfragen und weitere Infos bekommen.

Premiere: VLWN-Summercamp startet am 10.08.2020 Open-Online-Sessions per Webex begleiten

Premiere: VLWN-Summercamp startet am 10.08.2020 Open-Online-Sessions per Webex begleiten

Das erste digitale Summercamp des VLWN startet am morgigen Montag an der Multi Media BbS und mit Unterstützung dieser Institution. Der erste Camp-Tag steht unter dem Motto:
„Warum überhaupt Digitalisierung in Schule oder von Schule?“

Wir haben den digitalen Staatssekretär Niedersachsens – Stefan Muhle – für ein digitales Grußwort gewinnen können und vermuten, dass er einen Teil zur Beantwortung der Kernfrage beitragen kann und wird.

Berufsbildende Schulen bilden für die berufliche Praxis aus. Mit Vertreterinnen und Vertretern von Hannover Digital, also aus der Praxis, werden wir die Begründung für die Digitale Transformation in Schule liefern. Unter dem Label „Nachwuchskraft“ engagieren sich Unternehmen aus der Region Hannover im Bildungsbereich. Der Handshake zwischen Schule und Wirtschaft ist kein Teufelszeug, sondern eine sinnvolle Ergänzung der schulischen Möglichkeiten.
An die Sinnfrage des Camps schließt sich die Technikfrage an. „Wie sieht ein digitales Klassenzimmer aus?“ Neben dem klassischen Arbeitsplatz vor der Tafel im Klassenraum hat uns Corona gezeigt, dass es einen zweiten, oft verkannten und nicht gesehenen Arbeitsplatz für Lehrkräfte gibt. In der Vergangenheit diente er einerseits zur Vorbereitung von Unterricht mit allen Nuancen und andererseits zur Korrektur von Klassenarbeiten und Prüfungen. Heute ist er zur Schaltzentrale für den digitalen Unterricht geworden. „Wie kann dieses Lehrer-Homeoffice aussehen? Was benötigt man mindes- tens?“ Wie immer gibt es kaum Grenzen nach oben.

Die Multi Media BbS bietet die unterschiedlichsten Lösungen für Klassenräume und Homeoffice-Lösungen der Kolleginnen und Kollegen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Camps öffnet sich ein riesiges digitales Spielzimmer zum Kennenlernen und Erproben.

Was nützt die beste Technik, wenn man keinen Ort hat, an dem man miteinander arbeiten und kommunizieren kann? Bildungsportale gibt es zuhauf, aber nur die NBC (Niedersächsische BIldungscloud) ist zukunftssicher für die niedersächsischen Schulen. Schon heute bietet sie viel mehr, als man erwarten kann; sicher immer noch nicht genug, aber auch sie ist eine Evergreen-Software. Sie wird ständig verbessert sowie erweitert und nicht nur aus Niedersachsen heraus. Mehr dazu liefert die Initiatorin der NBC, die Bildungsinitiative n21, die die NBC im Auftrag des Kultusministeriums entwickelt und ausrollt. Was bietet sie, wie kommt man ran und rein? Wie arbeite ich mit ihr in meinem Unterricht?

Die Antworten auf diese Fragen schließen den ersten Camp-Tag ab, der mit einem Afterwork- Talk bei Bier und Würstchen enden wir