Zur Startseite

Katrin Staffler: „Alle werden ihren Beitrag leisten müssen“

Im Interview mit dem dbb magazin macht Staffler deutlich, dass angesichts der Finanzlage von Kranken- und Pflegeversicherung alle Akteure ihren Beitrag leisten müssen, ohne chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen sowie ihre Angehörigen zu überfordern. „Wir müssen das Geld der Solidargemeinschaft sehr sorgsam ausgeben und sicher auch an der einen und anderen Stelle Leistungen auf das Wesentliche konzentrieren.“ Das „Gießkannenprinzip“ habe ausgedient, Ziel sei ein System, das verlässlich, bezahlbar und zugleich individueller werde.

Zentral sei die Flexibilisierung der Leistungen: Wenn Budgets flexibler nutzbar sind und Bürokratie abgebaut wird, können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen passgenauere Lösungen finden. Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage und des demografischen Wandels werde allerdings niemand um Einschnitte herumkommen: „Alle werden ihren Beitrag leisten müssen.“ 

Als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sieht Staffler die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige, die aus ihrer Sicht auch entsprechend finanziert werden müssen. Im Reformprozess setzt die Pflegebevollmächtigte darauf, häusliche Pflege und pflegende An- und Zugehörige weiter zu stärken und zu entlasten. Mit Blick auf die steigenden Eigenanteile, insbesondere in der stationären Pflege, fordert Staffler auch die Länder auf, Verantwortung zu übernehmen, verweist aber zugleich auf deren begrenzte Haushaltslage und die Notwendigkeit, gemeinsam gangbare Wege zu finden. 

 

Datum: 3. Juni 2026
Autor: Torben

Diesen Beitrag teilen

E-Mail
Drucken
Facebook
Twitter

Letzte Beiträge

Endlich: Niedersachsen plant amtsangemessene Alimentation 

Die Besoldungsanpassung zum 01.04.2026 ist zunächst nur die schnelle Übertragung der ersten Tarifstufe: Die Bezüge steigen rückwirkend um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Anwärterinnen und Anwärter erhalten 60 Euro mehr. Diese Anpassung ist wichtig, löst aber noch nicht die eigentliche verfassungsrechtliche Frage der amtsangemessenen Alimentation. Die Auszahlung wird mit der Juli-Abrechnung erwartet.  Ein wichtiger Schritt – aber nur ein erster. Denn die eigentliche Weichenstellung

Weiterlesen »

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – Gesetzentwurf bleibt an entscheidender Stelle stehen

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist das zentrale deutsche Antidiskriminierungsgesetz. Es wurde am 14. August 2006 verabschiedet und trat am 18. August 2006 in Kraft. Erstmals wurde damit der Schutz vor Diskriminierung in Deutschland umfassend gesetzlich geregelt – insbesondere in der Arbeitswelt, aber auch bei Alltagsgeschäften und im Zivilrecht. Ziel des AGG ist es, Benachteiligungen etwa wegen Geschlechts,

Weiterlesen »

Katrin Staffler: „Alle werden ihren Beitrag leisten müssen“

Im Interview mit dem dbb magazin macht Staffler deutlich, dass angesichts der Finanzlage von Kranken- und Pflegeversicherung alle Akteure ihren Beitrag leisten müssen, ohne chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen sowie ihre Angehörigen zu überfordern. „Wir müssen das Geld der Solidargemeinschaft sehr sorgsam ausgeben und sicher auch an der einen und anderen Stelle Leistungen auf das Wesentliche konzentrieren.“

Weiterlesen »

Loading...